Die Restauration „Jägersruh”
Ende April dieses Jahres fiel wieder ein Haus im Weichengereuth der Abrißbirne zum Opfer: das Anwesen an der Ecke zur Samuel-Schmidt-Straße: das ehemalige Gasthaus “Jägersruh” im Weichengereuth 25.
Das Gebäude, das seit Mitte der 70ziger Jahren leer stand und zum Schluß als Büro für einen Gebrauchtwagenhandel diente, blickte auf eine kurze, aber bewegte Geschichte zurück.
Im Jahre 1869 erbaute der königlich-ostpreußische Oberstleutnant von Hofmann-Chappuis eine Villa, das heutige Anwesen Weichengereuth 26. Der Getreidehändler und Kaufmann Adolf Mayer kaufte das Anwesen 1878 und vererbte es 1883 seinem Bruder, Jacob Freiherr von Mayer, ebenfalls Getreidegrosshändler. Nach dessen Tod trennt die Erbengemeinschaft 1901 das Grundstück in zwei Teile: Weichengereuth 25 und 26.

Die Restauration Jägersruh (Inhaber August Hofmann) um 1910, Bildquelle: Sammlung Christian Boseckert
1904 lässt auf dem abgetrennten Grundstück Weichengereuth 25 der Restaurateur August Hofmann ein neues Wirtshaus errichten. Baumeister sind die Gebrüder Frommann. Die Gaststätte bleibt in Familienhand, 1931 übernimmt die Witwe Liberta Hofmann das Gasthaus.
In der Nachkriegszeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt (Zeitzeugen berichten von sehr beengten Zuständen), fällt das Anwesen 1955 an die Brauerei Raab in Untersiemau, die selbst 1981 den Braubetrieb einstellt.
Die Gaststätte hatte auch eine Kegelbahn, die von den Coburgern rege genutzt wurde. Auf dem Bild vor dem Abriß kann man die Stelle, an der der Nebenraum angebaut war, noch erkennen.
1967 pachtet ein Grieche die Gaststätte und führt das Lokal unter dem Namen “El Grecco” weiter. Vermutlich war das das erste griechische Lokal in Coburg, jedoch mit einem nicht sehr guten Ruf. Im Herbst 1973 wurde die Gastwirtschaft geschlossen.
Anschliessend stand das Anwesen lange leer, bis zum Schluss ein KFZ-Handel seine Pforten dort eröffnete.
Am 30.April 2010 wurde das Gebäude abgebrochen, zuvor wurden die nutzbaren Baustoffe zur Weiterverwendung ausgebaut. Rege Bauarbeiten haben nun auf diesem und dem benachbarten Grundstück begonnen.
mehrTransformation – Nacht der Kontraste
Zum sechsten Mal wird sie dieses Jahr stattfinden: die Coburger Museumsnacht. Die „Nacht der Kontraste“ steht diese Jahr unter dem Motto „Transformation“ und bietet mit 20 Schauplätzen Coburgs größte, schönste, musikalischste, kulinarischste und internationalste Nacht des Jahres an.
Neben Schauplätzen wie der Veste Coburg, dem Hofgarten, dem Naturkundemuseum sind auch das Theater, das Theater in der Reithalle, die Lutherschule, das Staatsarchiv und viele andere Einrichtungen geöffnet und bieten Motto-gerechte Ausstellungen, Performances, Musik und Kulinarisches an.
Die Museumsnacht findet am 11.September 2010 von 18 Uhr bis 1 Uhr statt, der Eintritt beträgt € 6.- (Vorverkauf € 5.-), Kinder bis 14 Jahren bezahlen keinen Eintritt (Angaben wie immer ohne Gewähr). Der Eintritt (das Bändchen) beinhaltet neben den Zugängen zu den Schauplätzen auch die Nutzung der Shuttle-Busse zur Veste und zurück.
Weitere Infos, wo es die Bändchen käuflich zu erwerben gibt und das komplette Programm (auch inkl. eventl. Programmänderungen) kann man >>>hier finden. Von Coburg-Life gibt es eine ganz klare Empfehlung. Eindrücke der 6.Museumsnacht sind dann auch wieder hier auf dem Blog zu finden.
Solange müssen sich die Leser noch mit den Eindrücken von 2008 und 2009 zufrieden geben
Coburger Bankhäuser, Teil 2
Eines der markantesten Bankgebäude Coburgs ist der ehemalige Sitz der Coburger Bank am Theaterplatz. Es mag viele überraschen, dass dieses Grundstück erst vor knapp 200 Jahren bebaut wurde. Dennoch bietet es eine umfangreiche Geschichte, deren Inhalt Gegenstand des heutigen Blogeintrages sein wird.
Anstelle des ehemaligen Stadtgrabens am Spitaltor errichteten in den Jahren 1816/17 der Bauinspektor Johann Adam Koch und der Geheime Rat Johann Friedrich Carl von Griesheim eine großzügige Stadtvilla im Biedermeierstil. Das neue Gebäude war ein Doppelhaus mit einem Eingang an der Kleinen Mauer und einem Eingang in der Georgengasse. Diese Zweiteilung spiegelt sich heute noch an der Adresse des Hauses, die Theaterplatz Nr. 10 und 11 lautet, wieder. Beide Häuserteile sahen im Laufe des 19. Jahrhunderts vornehmer Besitzer. So finden sich für das Gebäude Theaterplatz Nr. 10 die Herzogin Luise von Sachsen-Coburg und Gotha (1824-25), die Frau Oberforstmeisterin Amalie von Wangenheim (1825-44) und der Justizrat Philipp Braun (1844-63) als Hauseigentümer erwähnt. Das Häuserteil Theaterplatz Nr. 11 blieb indes bis 1843 im Besitz der Familie von Griesheim und gelangte danach in den Besitz der Kaufmannswitwe Friederike Schöner (1844-71) und des Musikdirektors Carl Julius Abt (1871-89).
Der ursprüngliche Charakter des Gebäudes als reines repräsentatives Stadthaus ging schließlich im Jahre 1879 verloren. Damals erwarb der Restaurateur und Hoflieferant Theodor Herold das Anwesen Nr. 10 und richtete dort eine Weinhandlung mit eigenem Ausschank ein. Die Weinstube Herold, die vorher im Landestheater untergebracht war, galt als eine vornehme Einkehrmöglichkeit für Theaterbesucher und der vornehmen Coburger Bürgerschicht.
Die Weinstube existierte bis zum Tode Theodor Herolds im Jahre 1889. Das Haus kam daraufhin in den Besitz seines Sohnes Theodor Alphons Herold, der als Hotelier in Wien tätig war. Er erwarb 1889 noch das Nachbarhaus Nr. 11 und war damit der erste, dem der gesamte Häuserkomplex am Theaterplatz alleine gehörte.
Herold vermietete die Gebäude in der Folgezeit. So war auch um die Jahrhundertwende das amerikanische Konsulat für eine kurze Zeit in dem Haus untergebracht.
1904 verkaufte Herold die beiden Gebäude an den Architekten August Berger und an die Spar- und Vorschuss-Bank GmbH, einem Vorgänger-Institut der Coburger Bank. Damit begann die lange Geschichte des Gebäudes als Bankhaus. Das Bausubstanz des Gebäudes allerdings hatte mit den Jahren gelitten und entsprach nicht mehr den Vorstellungen eines repräsentativen Bankgebäudes. Auch verlangte das herzogliche Ministerium eine Neugestaltung des Hauses zur Aufwertung des Theaterplatzes. Grund hierfür war die Einweihung des Prinz-Josias-Denkmals im Jahre 1911. Aus diesen Gründen erwarb die Vereinsbank Coburg GmbH, wie die Spar- und Vorschussbank seit 1909 hieß, im Jahre 1910 den anderen Teil des Hauses und baute ihn zusammen mit ihrem Stammsitz zu einem repräsentativen Gebäude um. Aber auch dies war keine endgültige Lösung.
Schließlich erfolgte inmitten des Ersten Weltkrieges 1915 der Abbruch des Gebäudekomplexes. Die beiden Chemnitzer Architekten Alfred Zapp und Erich Basarke errichteten schließlich bis 1917 ein neuklassizistisches Bankgebäude. Zur Erinnerung an die teilweise recht schwierigen Verhältnisse während der Bauphase, wurde an der Ecke zur Georgengasse hin vom Bildhauer Bruno Ziegler ein Gedenkstein errichtet, der von einem Reiter bekrönt ist. Diesen Stein kann man noch heute am Gebäude sehen.
1934 wurde das Gebäude Sitz der Coburger Bank eGmbH, die aus einer Fusion zwischen der Vereinsbank und der Coburg-Gothaischen Bank AG entstand. Über 70 Jahre blieb dieses Kreditinstitut am Theaterplatz bestehen. Es erfolgten Umbauten im Inneren des Hauses und einige Veränderungen an der Hausfassade.
2006 schließlich fusionierte die Coburger Bank mit der VR-Bank Coburg-Rennsteig eG zur VR-Bank Coburg. In der Folgezeit wurde das Bankgebäude am Theaterplatz völlig umgebaut auch die Außenfassade erhielt durch die Vergrößerung der Schaufenster und der Entfernung der Eingangstreppe ein völlig neues Gesicht.
Heute befindet sich in dem Räumen eine Filiale der VR-Bank. So bleibt die seit 1904 andauernde Bankhaus-Tradition auch für die Zukunft erhalten.
Text: Christian Boseckert
Bild 1: Das Bankgebäude Theaterplatz 10/11 im Jahre 2010 (Foto: Christian Boseckert)
Bild 2: Der umgebaute Vorgängerbau der Vereinsbank Coburg mit dem Prinz-Josias Denkmal um 1913 (Sammlung Christian Boseckert)
Bild 3: Das Bankgebäude der Coburger Bank um 1930 (Sammlung Christian Boseckert)
Bild 4: Gedenkstein zur Errichtung des Gebäudes an der Ecke zur Georgengasse (Foto: Christian Boseckert, 2010)
Bild 5: Architektonische Impressionen (Foto: Christian Boseckert, 2010)
Coburger Ausflugsziele: Schloss Rosenau
Es ist mal wieder an Zeit, daß eine neue Kategorie in diesem Blog Einzug hält: Coburger Ausflugsziele.
Zwar wurden schon in einigen Fotogalerien Impressionen von Ausflugszielen im Coburger Umland (und auch etwas darüber hinaus) präsentiert, mit dieser Kategorie sollen neben Foto-Impressionen auch einige geschichtliche Eindrücke (soweit es sich um ein historisches Ziel handelt) vermittelt werden.
Los geht es mit Schloss Rosenau. Idyllisch am Rand von Rödental gelegen, kann die Parkanlage und das darin gelegene Schloss prima mit dem Rad (beispielsweise vorbei an den Dörfleser Tongruben) erreicht werden.
Die Sommerresidenz der Coburger Herzöge, nordöstlich von Coburg gelegen, war nicht immer in deren Besitz. Bereits 1439 erstmal urkundlich erwähnt, gehörte der mittelalterliche Sitz Rosenau den Rittern von Rosenawe, einem alten Rittersgeschlecht, in deren Besitz u.a. das Rittersteichschlösschen (ehemaliges Wasserschloss Rosenau), das Schloss Ahorn und das Münzmeisterhaus waren.
Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der von Rosenau wechselten die Besitzverhältnisse bis schließlich 1805 der Coburger Herzog Franz Friedrich Anton das Schloss für seinen Sohn Ernst I. erwarb. Ernst I. ließ den verfallenen Bau zwischen 1808 und 1817 unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel umbauen und es entstand das Schloss Rosenau mitsamt den Parkanlagen wie wir es heute kennen. Ernst I. gefiel das Schloss so sehr, dass er 1817 auf Schloss Rosenau die blutjunge, bildschöne und lebenslustige Tochter des Herzogs von Altenburg, Dorothea Luise ehelichte.
Am 26.8.1819 wird auf Schloss Rosenau Prinz Albert, der spätere Gemahl von Queen Victoria, geboren. Seine Wiege gehört noch heute zu den Highlights der Ausstellungsstücke. Albert und Victoria sind häufig auf Schloss Rosenau, selbst nach dem frühen Tod von Albert besucht Queen Victoria mehrfach ihre Sommerresidenz. Ihr Ausspruch
“Wäre ich nicht, was ich bin, so wäre hier mein wahres Zuhause.”
zeigt die Verbundenheit mit dem Schloss.
Das Ferienhaus der Herzöge wurde ausschließlich in den Sommermonaten genutzt, Öfen oder Feuerstellen sucht man übrigens vergebens.
1920 ging das Schloss mit samt der Liegenschaften an die Coburger Landesstiftung und ist seit 1972 im Besitz der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.
Das vorzüglich gepflegte Schloss sowie die Parkanlagen laden zu einem Besuch ein. Empfehlenswert ist auch die Führung durch Schloss Rosenau, insbesondere die Kinderführungen sind ein Genuss! Nähere Infos gibt es >>> hier.
Anbei einige Impressionen von Schloss Rosenau.
mehrDie Bühne bleibt leider leer
Am 29.08. wird die Bühne auf dem Schloßplatz leider so leer wie heute sein (falls sie dann überhaupt noch steht). Nach einer Not-OP musste Robin Gibb sein Konzert am 29.08. auf dem Schlossplatz absagen. Der Künstler sei laut einer Pressemitteilung auf dem Weg der Besserung. Das Konzert von Udo Jürgens am Vortag findet wie geplant statt.
Nähere Informationen gibt es >>> hier.
mehr„Mit freundlichen Gruben,”
Heute, in meinem Postkasten:
Betreff: Ausgezeichnete kommerzielles Angebot fur intellektuelle Leute aus Deutschland und anderen Lander.
Hallo!
Leider, konnte ich nicht bei Ihnen ich melden, weil ich ihre E-Mail-Adresse nicht finden konnte. Ich habe eine gute Nachricht fur Sie. Wir haben einen geeigneten Job in Deutschland fur Sie qusgesucht.
Das ist ein Arbeit nach freier Zeitplan. Mindestlohn ist Euro 2.000.
Ingesamt 3 bis 4 Bewerder in Deutschland gesucht. Weisen sie bitte jemanden von Ihre Freunden an, die die ernstes Geschaft machen wollen oder suchen nach zusatzlichen Einkommen.
Das ist eine Arbeit in der Inmobilienzweig. Wir haben di Stelle analysiert and mochten Ihnen diese Stelle hinweisen, wenn Sie noch diese Arbeit brauchen. Der Arbeitgeber bietet ein sehr breites Richtungensbereich der Zusammenarbeit mit guten Perspektive fur Ihre Laufbahn. Wenn Sie wirklich sind eine smarte und kontaktfreudige Person, wie vorhin eingegeben wurde.
Kauf / Verkauf von Luxusimmobilien und -gutern, Kauf / Verkauf von Immobilien in allen Erholungsorten der europaischer Lander, Handel mit beliebigen Gebrauchtwaren, Miete / Verkauf / Kauf von Gewerbeflachen in entwickelten Landern Europas, Ausgestaltung aller Grundstucks- und Vermogensgeschafte, Investitionen in Geschaftsprojekte. Das sind die Richtungen, in denen Sie sich betatigen, Kunden und gunstige Angebote suchen konnen.
Wir haben ebenfalls dieses Unternehmen gepruft. Diese Firma hat gekannte Ruf in ganz Europa.
Ihre Antwort wird erwartet. Wenn Sie interessiert sind. Schreiben Sie an die Adresse xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Mitarbeiter der Kompanie “Europe Real Estate” kontaktieren Sie per E-mail und erzahlen uber die Details der Zusammenarbeit.
Mit freundlichen Gruben,
Hallo, lieber Spammer, könnt’ ihr euch nicht ein bisschen mehr Mühe geben, dass man vielleicht nicht gleich merkt, dass ihr nicht die geringste Ahnung habt, was ihr da verschickt? Das kann ja Babelfish oder Google besser.
Trotzdem würde mich interessieren, wieviele an die von mir ausge-xte eMail-Adresse antworten. Und wie immer gilt: Finger weg vom Spam!
mehriPad makes music
Apple und Musik - das passt. Das haben sich wohl auch drei Musiker gedacht und mal eben schnell Survivors „Eye of the Tiger“ auf iPads nachgespielt. Lt. Gizmodo soll es sich nicht um einen Fake handeln. Vielmehr sollen die Musiker die Apps Real Drums, Pro Keys, Baby Scratch und Guitar Mania (ist aber „nur“ eine iPhone-App) verwendet worden haben. Das ganze hat dann der Fotograf Jordan Hollander bei Youtube hochgeladen.
Coburg-Life’s Fazit: da muss ich aber noch ordentlich üben











