Servus, Warenhaus Montag !
Von mir unbemerkt hat das Warenhaus Montag am Salzmarkt 5 für immer seine Pforten geschlossen. Jeder der einmal etwas aussergewöhnliches gesucht hat, was er nirgends gefunden hat – im Warenhaus Montag ist man fündig geworden.

Ob Gardinen, Möbel oder auch Küchenutensilien – hier gabs noch alles …
Der Salzmarkt war früher die einzige Stelle in der Stadt, an der Salz umgeschlagen werden durfte. So hatte der Fiskus die Geschäft unter Kontrolle.
Das Gebäude am Salzmarkt 5 diente schon verschiedenen Zwecken. Es beherbergte die Coburg-Gothasche Kreditanstalt (vor 1900), Restauration Wilh. Reiche, das Restaurant “Belle-Vue” (im Volksmund auch als “Rißlands Gasthaus” bekannt). Nach dem 2.Weltkrieg diente es den US Soldaten bis 1958 als Offizierskasino. Dann startete das Warenhaus Montag.
Demnächst wird das Gebäude wohl Eigentumswohnungen beherbergen. Mal sehen, was im Erdgeschoß passiert bzw. mit dem verbundenen Haus in der Grafengasse wird.
Servus, Warenhaus Montag !
Tauchen, tauchen, tauchen, ….
Bei kalten Wetter ist Sie gerne gesehen:
Die Badewanne
Doch während sich das weibliche Geschlecht gerne mit verschiedenen Zusätzen stundenlang bei einem Gläschen Prosecco in der Wanne vergnügt, wird der männliche Teil der Bevölkerung bereits nach wenigen Minuten unruhig – der Sportteil ist ausgelesen!
Das muss nicht sein !
Das U-Boot 83521 von X-Wave schafft Abhilfe. Nachdem der Sportteil gelesen wurde, kann mit Hilfe dieses Mini-U-Bootes weitere 10 Minuten die Wanne bevölkert werden. Diese Zeit wird als maximal durchgängige Tauchzeit des ferngesteuerten U-Bootes angegeben.
Zeit genug, um die Tiefseeforschung hautnah zu erleben.
Darauf haben wir doch schon immer gewartet – Kaptain Nemo in der eigenen Wanne spielen …. Man sollte jedoch 20 Minuten vorher das U-Boot aufladen. Erhältlich bei ozhobbies.eu. Wer eher auf Speedboote steht, wird auch dort fündig.
Brand in Untermerzbach
Obwohl nicht direkt in Coburg, so ist dieser Vorfall doch einen Bericht auf coburg-life wert:
Dass es im Mühlweg in Untermerzbach gebrannt hat, ist grundsätzlich tragisch. Die Begleitumstände dieses Brandes sind jedoch aussergewöhnlich:
Bei der Löschaktion im Kellerbereich des Hauses wurden nach Angaben der Gemeinde Untermerzbach ca. 30 Kubikmeter Müll und Unrat aus dem Keller entsorgt.
Damit nicht genug. Angabegemäß befänden sich noch weitere dutzend Kubikmeter Unrat im Erdgeschoß des Gebäudes.
Ca. 100 Feuerwehrmänner- und fauen waren von vormittags bis ca. 18 Uhr im Einsatz.
Der kontamierte Müll musste entsorgt werden. Während der Löscharbeiten wurde ständig die Schadstoffkonzentration in der Luft gemessen.
Das Gesundheitsamt ist eingeschaltet.
Interessanterweise brach das Feuer ca. 2 Stunden vor einem Ortstermin der Polizei und des Veterinärsamts Haßberge auf dem Anwesen aus.
Personen kamen nicht zu Schaden. (siehe auch NP vom 16.01.09).
Eine Bemerkung verkneife ich mir ….
Die Kälte ist wieder da ….
Nach einer kurzen Verschnaufpause (-5 Grad Celsius nachts fühlten sich geradezu warm an gegenüber den Temperaturen der letzten Tage und Nächte), kam die Kälte wieder zurück. Gemessene (nicht amtliche) -11 Grad Celsius in Bertelsdorf. Von der gefühlten Temperatur beim morgentlichen Zeitungsholen will ich überhaupt nicht sprechen …
Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen ….
Die Eröffnung der Werrabahn vor 150 Jahren
Schon sechs Jahre nach dem Bau der ersten deutschen Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth, tauchten im Jahre 1838 Pläne auf, auch eine Bahn zu bauen, die den Süden mit dem Norden Deutschlands verbinden sollte. Dafür waren schon Aktien gezeichnet worden. Aber die verschiedenen Kleinstaaten, durch deren Gebiet die Bahn geführt werden sollte, konnten sich nicht einigen, so dass die Einlagen wieder zurückgezahlt werden mussten. Eine Nord-Süd-Verbindung über Hof oder eine durch das Werratal standen zur Diskussion. Zu den Männern, die sich für eine Werraeisenbahn im Interesse der Industrie in Südthüringen einsetzten, gehörte der Verlagsbuchhändler, Industrielle und Publizist Joseph Mayer aus Hildburghausen, der Begründer des Leipziger Bibliographischen Instituts.

Bahnhof und Umgebung der Stadt Coburg um 1860, Bildquelle: Fotosammlung Stadtarchiv Coburg
Schließlich wurde durch einen Staatsvertrag zwischen Bayern, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Coburg und Gotha im Juni 1845 der Bau einer künftigen Werrabahn von Lichtenfels über Coburg nach Eisenach gesichert. Von den geplanten 151 Kilometern führten über 100 durch das Werratal, daher der Name der Eisenbahnstrecke.
Erst 1855 hatte man die zunächst notwendigen fünf Millionen Taler beisammen, so dass mit dem Bau Anfang Februar 1856 begonnen werden konnte.

Bahnhof der Stadt Coburg um 1860, Fotoquelle: Stadtarchiv Coburg
Dem ersten Verwaltungsrat der Werraeisenbahn AG gehörten von Coburg an der Oberbürgermeister Leopold Oberländer, der Kaufmann Forkel und der Justizrat Riemann. Die Hauptaktionäre waren der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, die Städte Coburg und Sonneberg sowie drei thüringischen Kleinstaaten Sachsen-Meiningen, Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Coburg und Gotha. Drei Jahre nach dem ersten Spatenstich wurde die Gesamtstrecke von Eisenach bis Lichtenfels am 25. Januar 1859 eröffnet, nachdem der größere Abschnitt Eisenach-Coburg bereits am 2. November 1858 dem Verkehr übergeben worden war und eine Probefahrt von Lichtenfels nach Coburg am 2. Dezember 1858 stattgefunden hatte.
Die gesamte Bahn hatte 8,25 Millionen Taler gekostet. Zu den ursprünglich gezeichneten fünf Millionen Talern mussten noch 3,5 Millionen beschafft werden. Umgerechnet in Euro betrugen die Gesamtkosen ca. 450 Millionen Euro, wobei die Staaten Weimar, Coburg und Meiningen noch Zuschüsse leisten mussten.
Die Werraeisenbahn besaß 1862/63 an die 24 Lokomotiven mit ebensoviel Tendern, 40 Personenwagen, zwölf Gepäckwagen, 100 bedeckte Güterwagen, 180 offene, drei Pferdestandwagen, zwölf Langholzwagen und 20 Kieswagen. Uns Coburger dürfte interessieren, dass es lange Zeit einen Bahnhof in Creidlitz gar nicht gab, dafür einen Haltepunkt in Niederfüllbach. Auch Grub am Forst musste lange auf einen eigenen Bahnhof warten. Wie verkehrsgünstig die Werraeisenbahn für die Coburger früher war, geht daraus hervor, dass man von Coburg aus den Eisenbahnknotenpunkt Bebra in Hessen damals in 3,5 Stunden erreichen konnte.
Man benutzte den über Coburg aus den böhmischen Bädern fahrenden D-Zug mit Kurswagen zum Ruhrgebiet und zu den Hansestädten und gelangte, ohne umsteigen zu müssen, nach Bebra.

Erster Fahrplan um 1859, Bildquelle: Fotosammlung Stadtarchiv Coburg
Die heutige Bahnfahrt von Coburg über Bamberg und Würzburg nach Bebra ist 100 Kilometer länger. Dazu kommt noch das man mindestens zweimal umsteigen müsste. Diese verkehrsungünstige Verbindung nach dem Norden müssen wir seit 1945 in Kauf nehmen. Es gibt seitdem keine Werraeisenbahn von Lichtenfels bis Eisenach mehr. Der durchgehende Zugverkehr ist eingestellt worden und 1947 wurden die Gleise von Görsdorf bis Eisfeld für die Russen demontiert. Von Coburg aus fuhren bis zur Station Görsdorf, die im Gegensatz zum Dorf gleichen Namens, auf bayerischem Gebiet lag, bis 1949 Personenzüge, wobei diese auch auf der nach dem Kriege neu errichteten Behelfsstation Oberlauter hielten.

