Der Hexenturm

Kilians- oder Hexenturm, Foto: S.Peter 2009

Kilians- oder Hexenturm, Foto: © S.Peter

Finstergrau erhebt sich der dicke Rundturm aus der südlichen Stadtmauer. Eine kleine, mit Eisenbändern beschlagene Tür führt in das Erdgeschoß der Turmes. So kann man ihn Coburg ein Bauwerk sehr gut beschreiben: den Hexenturm.

Der um oder nach 1200 mit der Stadtmauer entstandene Kilianstum, heute mit der Adresse Ernstplatz 12, wurde 1610 zum Hexengefängnis umgebaut. Daher hat der Hexenturm heute seinen Namen. Hier wurden Frauen verhört und gefoltert, von denen man annahm, daß sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten. Damals reichte es schon aus, wenn eine alte Frau rote Augen bekam – schon wurde sie der Hexerei beschuldigt. Gefangene, die die Hexerei eingestanden, wurden veruteilt und auf dem Turm zu Asche verbrannt. Und gestanden hatte unter dem Folterdruck eigentlich jede.

Um den Hexenturm und die Hexenverfolgung in Coburg ranken sich einige Sagen und Geschichten. So beispielsweise die Geschichte der jungen Frau eines Coburger Bürgers, die ein “Hexenriecher” der Hexerei angeklagt hatte, weil Verwandtschaft die Frau beschuldigte, sie hätte durch Zauberei den Ehemann in eine Krankheit getrieben.
Die Frau wurde also im Hexenturm verhört und und mit Folterschrauben drangsaliert, um sie gestehen zu lassen. So begab es sich, dass der Frau durch ein merkwürdiges, dünnes Männlein geraten wurde, die Hexerei zu gestehen und die Tochter des Bürgermeisters und deren Freundin zu beschuldigen, ihr als Lehrmeisterinnen gedient zu haben. So würde sie sicher frei gelassen werden.
Die Frau tat wie ihr angeraten und beschuldigte die beiden Mädchen bei ihrer nächsten Folterung. Die Anklage sollte aufgehoben werden, doch die arme Frau wurde zuvor so sehr drangsaliert, dass sie an der Folter verstarb.
Die beiden Mädchen hingegen wurden der Hexerei angeklagt und nur durch das Eingreifen des Herzogs Casimir konnten sie dem Scheiterhaufen entkommen.

Es gab aber auch in Coburg sogenannte Teufelsplätze, hier glaubte man, käme der Teufel mit seiner Sippe zusammen und würde in besonderen Nächten tanzen und Wein verkosten. Solche Plätze waren der Brunnen zum heiligen Kreuz und der Bausenberg.

Heija Walpurgisnacht …

Heute ist Walpurgisnacht, die Nacht, in der die Hexen tanzen, wie der Volksmund so schön sagt. Angeblich haben in der Nacht vom 30.April auf den 1.Mai Hexen, hauptsächlich auf dem Blocksberg (Brocken im Harz) große Feste abgehalten. Soweit die Mythologie. Der Name Walpurgisnacht geht auf die Heilige Walburga (eine Äbtissin aus England) zurück, deren Tag der Heiligsprechung bis ins Mittelalter am 1.Mai gefeiert wurde.
Heute feiern wir die Walpurgisnacht noch als große Feste wie Tanz in den Mai, Mai- oder Hexenfeuer. Hexenfeuer sollen die bösen Geister vertreiben, in einigen Gegenden gibt es auch den Maisprung, bei dem Verliebte gemeinsam über das Maifeuer springen. Mit Hexenverbrennung und -verfolgung hat das alles heute nichts mehr zu tun, eher mit Maibowle.

Wie sieht’s in Coburg mit der Walpurgisnacht und Maibowle aus ?

Stoffplakate und so

Classic Rock Open Air Werbestoff, Foto:S.Peter

Classic Rock Open Air Werbestoff, Foto:S.Peter

Wer kennt sie nicht, die gesprayten Veranstaltungshinweise in DIN-A 0 und größer? Vor ein paar Jahren hat es mit Hinweisen auf Spiele des HSC angefangen, inzwischen findet man derlei Stoffbedruckungen im ganzen Stadtgebiet trapiert. Auch ist nicht mehr nur der reine Veranstaltungshinweis enthalten, nein, auch Werbung und Firmenlogos sind exakt abgebildet.

Klassik Open Air Werbestoff, Foto:S.Peter

Klassik Open Air Werbestoff, Foto:S.Peter

Coburg-Life fragt sich, ob hier eine Marktlücke entdeckt wurde und sich ein neuer Dienstleistungszweig gebildet hat? Die Ausfertigungen sind richtig professionell.

Übrigens, noch ein Hinweis zum oben abgebildeten Picknick im Rosengarten:
Am Freitag, den 5.Juni findet ein Classic Rock Open-Air RockoCo im Rosengarten statt, Mitwirkende sind das Jugendsinfonieorchester Coburg, eine Rock- & Popband aus der BGS-Szene, die “Mazzei-Dancers” und das Jugendchor der Musikschule Coburg. Die musikalische Gesamtleitung hat GMD Alois Seidlmeier.
Am Samstag, den 6.6. gibt es an gleicher Stätte unter dem Motto Ambiente & Musik ein Klassik Open-Air.

Der Eintritt zu beidenVeranstaltungen ist übrigens frei.

Lesung in der Stadtbücherei

Stefan Weidner liest aus seinem Buch "Manual für den Kampf der Kulturen: Warum der Islam eine Herausforderung ist"

Stefan Weidner liest aus seinem Buch "Manual für den Kampf der Kulturen: Warum der Islam eine Herausforderung ist"

Am Mittwoch, den 6. Mai 2009 wird Stefan Weidner um 19:30 Uhr in der Stadtbücherei Coburg sein Buch „Manual für den Kampf der Kulturen: Warum der Islam eine Herausforderung ist“ vorstellen. Der Islamwissenschaftler ist in Coburg bekannt geworden als einer der Juroren für den ersten Coburger Rückert-Preis 2008. Im Anschluss an die etwa 45-minütige Lesung wird er unter der Moderation von Büchereileiterin Brigitte Maisch mit Thomas Amberg über seine Thesen diskutieren. Der evangelische Theologe Amberg ist zur Zeit als Vikar an der Kirche St. Moriz tätig. Neben seinem Theologiestudium studierte er Islamwissenschaft, promovierte in diesem Fach und kennt mehrere islamische Länder von längeren Studienaufenthalten her.

Stefan Weidners Essay reflektiert das für uns Reizvolle und das Schwierige in der Begegnung mit dem Islam geistesgeschichtlich und politisch, originell und provokant. Er gibt auch nichtspezialisierten Lesern einen Kompass an die Hand, mit dessen Hilfe sie sich in den Debatten unserer Gegenwart zurechtfinden und zu einem eigenen Urteil kommen können. Stefan Weidner unternimmt es, nach den Gründen zu fragen, weshalb ausgerechnet der Islam diese Herausforderung „für uns“ – den so genannten „Westen“ – darstellt und warum Muslime ebenso oft die Grenzen des „für uns“ Hinnehmbaren überschreiten, wie wir die des „für sie“ Akzeptablen. Dabei interessiert nicht die Frage, wer jeweils Recht hat, sondern nach welchen Gesetzen die Auseinandersetzung abläuft, wo auf beiden Seiten die blinden Flecken zu suchen wären, wie wir uns in diesem Konflikt allmählich verändern und in welche Richtung.

Stefan Weidner, 1967 geboren, studierte Islamwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Er arbeitet als Autor, Übersetzer, Literaturkritiker und seit 2001 als Chefredakteur der Zeitschrift „Fikrun wa Fann/Art & Thought“, die vom Goethe-Institut für den Dialog mit der islamischen Welt herausgegeben wird. Er hat zahlreiche Lyriker aus dem Arabischen übersetzt.

Veranstalter sind die Stadtbücherei Coburg und das Evangelische Bildungswerk Coburg, unterstützt durch die Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Stefan Weidner besucht Coburg im Rahmen der gemeinsamen „Aktion Lesen & Co!“ der Stadtbücherei Coburg und des Gymnasium Casimirianum. Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Deutsch der 12. Klasse werden sich in einem Workshop unter der Leitung Stefan Weidners mit dem Coburger Rückert-Preisträger Alaa Al-Aswani auseinandersetzen.

Eintritt: 3 Euro im Vorkauf (Stadtbücherei), 5 Euro an der Abendkasse.

Sex sells?!

Unsere Blog-Nachbarn Vesteblick berichten über die >>> Rotlichdebatte um das ehemalige Ausflugslokal an den Fischbacher Teichen. Coburg-Life kann sich noch gut an die Kindheit erinnern, als man sonntags erst zum Spaziergang um die Teiche und anschließend zum Kaffee auf die Terasse des Ausflugslokals ging.

Interessant ist auch die parteiübergreifende Einigkeit zum Thema “Bordell und Bellevue”. Im Gegensatz dazu versuchte noch vor 35 Jahren (im März 1974) der Coburger OB Stammberger (Stammbus) gemeinsam mit dem Stadtrat, die Eröffnung eines Bordells im ehemaligen Hotel “Vier Jahreszeiten”, Kasernenstr. 5, zu verhindern. Hat nicht geklappt, das Etablissement gibt es bis heute unter wechselnden Namen.

Eine der ersten Erwähnungen über ein Bordell in Coburg geht übrigens auf das Jahr 1413 zurück. Hier existiert eine Beschreibung, in dem das Haus Metzgergasse 2 (Rückseite am Viktoriabrunnen) als “Haus der Schönfrauen” tituliert wird. Dies deutete in der damaligen Zeit auf Dirnen hin.