Alles Kino oder was ?
In Coburg gibt es heute für den Cineasten ein Ziel: das Utopolis.
Das war jedoch nicht immer so. Es gab mehrere Kinos, natürlich am bekanntesten der Vorläufer des heutigen Utopolis – das Union Theater, auch UT genannt, mit seinem späteren “Atelier im UT”. Bekannt waren aber auch das Burgtheater und das Casino in der Rosenauerstraße. Ausserdem gab es die Kammerlichtspiele im Kanonenweg, bekannt auch als Kali. Hier liefen zum Ende der Ära Kali die Filme, die für uns damals als Kinder nicht geeignet waren. Das Passage-Kino in der Mohrenstraße, Hofbräuhallen, abgerissen 1972 für den Bau des Kaufhofs darf auch nicht unerwähnt bleiben.
Unvergessen ist auch das Central Kino in der Badergasse, welches die wenigsten noch kennen werden. Zum Central Kino möchte ich einige Details erwähnen.
Das Gebäude in der Badergasse Nr. 7 findet 1481 seine erste Erwähnung, bebaut mit einem Wohnhaus. 1730 wurde das Wohnhaus auf 3 Stockwerke, zweit Stuben, einem Keller und einem Stall erweitert. 1863 fand durch den Stadtbaumeister Julius Martinet für den Kaufmann Burkhard Scherzer eine Hauserweiterung zu beiden Seiten um jeweils zwei Fensterachsen und nach hinten statt.
1894 und 1901 erfolgten für den Hotelier Julius Sander ein Umbau des Hauses für sein Hotel “Sander´s Hotel & Restaurant”. Es enstand zusätzlich ein eingeschössiger Anbau mit Gästezimmer auf der rechten Seite. 1911 erhielt das Haus die heute bekannte Aussenfassade mit neuklassizistischem Dekor.
1929 erfolgte der Umbau des Erdgeschosses für eine Gastwirtschaft mit dem Namen “Zentralhalle”. Diese Wirtschaft wurde von einer Familie Genßler betrieben. 1948 ließ der Hausbesitzer und Gastwirt Herbert Genßler in einem Saalanbau ein Kino einbauen, welches den Namen “Central” erhielt, in Anlehnung an die Gastwirtschaft “Zentralhalle”. Das Central war im Vergleich zu UT und Burgtheater ein kleines Kino und wurde später von Margarethe Birnbaum (Union-Theater) übernommen wurde. Den Erinnerungen einiger Zeitgenossen nach liefen hier vor allem Action- und Westernfilme.
Am 28.06.1978 schlossen Gaststätte und Kino für immer ihre Pforten.

Badergasse 7, Foto: Christian Boseckert
In den Räumen zog die Firma Sport-Ott ein. Heute hat der Outdoor-Spezialist “Greenland” sein Domizil in den Gebäuden.


Hey das ist ja mal ein Beitrag nach meinem Geschmack als “fetter” Kinogänger. Ich liebe das Utopolis http://www.twitpic.com/2niot war ja schon vorher im Union Theater.
Ich bewundere das echt vom jetzten Kinobesitzer, ein solchens Projekt mit den Banken getätigt zu haben. Wo in Deutschland doch nur noch Kinoketten herrschen. Das macht das Coburger Kino irgendwie gefühlt persönlicher. (denk ich zumindest)
Ich erinnere mich noch gut and das Central Kino. Begeistert war ich als Kind von “Atelier im UT”, weil es die gepolsterten Sitze hatte. Kino hat ja auch immer was mit Gemeinschaftserlebnis zu tun. Vor sich die (extra-large) Popcorn-Tüte und die Cola, zwischen Vorfilm und Hauptfilm der Eis Verkauf … – ja so wird Kino zu einem abendfüllenden Event. Irgendwie macht Kino mehr Spass als der Film zuhause, da hilft auch der LCD TV nicht viel.
@Martin
dann kennst du auch noch die Loge z.B.im Casino, die baulich vom Sperrsitz abgetrennt war. Mann, waren die Sitze unbequem ….
Die Loge kenne ich auch noch jaaaaaaaaaa. Eliott das Schmunzelmonster, da saß ich in der Loge!