Der Hexenturm

Kilians- oder Hexenturm, Foto: © S.Peter
Finstergrau erhebt sich der dicke Rundturm aus der südlichen Stadtmauer. Eine kleine, mit Eisenbändern beschlagene Tür führt in das Erdgeschoß der Turmes. So kann man ihn Coburg ein Bauwerk sehr gut beschreiben: den Hexenturm.
Der um oder nach 1200 mit der Stadtmauer entstandene Kilianstum, heute mit der Adresse Ernstplatz 12, wurde 1610 zum Hexengefängnis umgebaut. Daher hat der Hexenturm heute seinen Namen. Hier wurden Frauen verhört und gefoltert, von denen man annahm, daß sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten. Damals reichte es schon aus, wenn eine alte Frau rote Augen bekam – schon wurde sie der Hexerei beschuldigt. Gefangene, die die Hexerei eingestanden, wurden veruteilt und auf dem Turm zu Asche verbrannt. Und gestanden hatte unter dem Folterdruck eigentlich jede.
Um den Hexenturm und die Hexenverfolgung in Coburg ranken sich einige Sagen und Geschichten. So beispielsweise die Geschichte der jungen Frau eines Coburger Bürgers, die ein “Hexenriecher” der Hexerei angeklagt hatte, weil Verwandtschaft die Frau beschuldigte, sie hätte durch Zauberei den Ehemann in eine Krankheit getrieben.
Die Frau wurde also im Hexenturm verhört und und mit Folterschrauben drangsaliert, um sie gestehen zu lassen. So begab es sich, dass der Frau durch ein merkwürdiges, dünnes Männlein geraten wurde, die Hexerei zu gestehen und die Tochter des Bürgermeisters und deren Freundin zu beschuldigen, ihr als Lehrmeisterinnen gedient zu haben. So würde sie sicher frei gelassen werden.
Die Frau tat wie ihr angeraten und beschuldigte die beiden Mädchen bei ihrer nächsten Folterung. Die Anklage sollte aufgehoben werden, doch die arme Frau wurde zuvor so sehr drangsaliert, dass sie an der Folter verstarb.
Die beiden Mädchen hingegen wurden der Hexerei angeklagt und nur durch das Eingreifen des Herzogs Casimir konnten sie dem Scheiterhaufen entkommen.
Es gab aber auch in Coburg sogenannte Teufelsplätze, hier glaubte man, käme der Teufel mit seiner Sippe zusammen und würde in besonderen Nächten tanzen und Wein verkosten. Solche Plätze waren der Brunnen zum heiligen Kreuz und der Bausenberg.

Und da sage einer, wo der Meiky seine Fantasie für seine Geschichten her nimmt, wenn die ganze Gegend hier so hexerich angehaucht ist.
Ach so ich vergaß, welcher großen noch heute existierenden Institution is das mit dem Glauben an Hexen und deren Verfolgung zu verdanken??? Na na na – seht ihr – genau.
Ein Grund warum ich dem Verein heute nicht mehr zugewandt bin. Nicht wegen der Hexen. Doch wer einmal lügt….das kennt man ja.
Und wer sagt das die heute nicht auch…. ääähh na ja – ich gebe mal den guten Rat das Buch “Der Pfaffenspiegel” zu lesen. Soweit es noch zu bekommen ist.