Das unerschrockene Wort

Gruppenbild der Veranstaltung "das unerschrockene Wort" in Zeitz

Gruppenbild der Veranstaltung "das unerschrockene Wort" in Zeitz

Die Vertreter der 15 Lutherstädte – Augsburg, Coburg, Eisleben, Eisenach, Erfurt, Halle, Heidelberg, Magdeburg, Marburg, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz – haben am Samstag, den 25.April 2009 den Preis das unerschrockene Wort verliehen. Oberbürgermeister Dr. Volkmar Kunze begrüßte die Gäste des Festaktes ganz im Sinne Martin Luthers. Der Luthernachfahre Friedrich Martin Luther war einst Bürgermeister von Zeitz und ist ein Grund, dass heute noch Luthernachfahren in der Stadt leben. Zeitz verbindet in seiner Geschichte viel mit dem Reformator. Hier war 1542 die Einführung Nikolaus von Amsdorf als ersten evangelischen Bischof der Welt. Anfang der 80er Jahre wurde in der Bibliothek der Michaeliskirche von Zeitz ein original Thesendruck aus dem Jahr 1517 entdeckt. Weltweit sind nur noch sechs dieser Drucke belegt. Diese wichtigen Eckpunkte führten dazu, dass die Lutheriden-Vereinigung e.V. ihren Sitz, die Bibliothek und das Archiv nach Zeitz verlegt haben.

Der Preis «Das unerschrockene Wort» wurde am Samstag (25. April) in Zeitz an die Politologin und freie Journalistin Andrea Röpke verliehen. Dr. Volkmar Kunze würdigte Frau Andrea Röpke, die für ihr unerschrockenes Auftreten gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet wurde, als beispielhaftes Verhalten in der Gesellschaft.

Cornelia Habisch vom Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt hielt die Lobrede auf Frau Röpke. Sie betonte in ihrer Laudatio, „den Mut von Andrea Röpke die Umtriebe rechtsextremer Gruppen vor Ort zu recherchieren und eine konsequente Bekämpfung von Rechtsextremismus und Gewalt anzumahnen.

In der Begründung der Jury heißt es: «Röpke begab sich durch ihren investigativen Journalismus stets in Notlagen, um die Gefahren des Rechtsextremismus für unsere Gesellschaft aufzudecken. Trotz gravierender Repressalien, die sie durch rechtsradikale Gewalttäter erleiden musste, hielt sie an ihrer Arbeit fest.» Röpke wurde 2006 als «Reporterin des Jahres» und 2007 mit dem Medienpreis «Leuchtturm» geehrt.

Innenstaatssekretär Rüdiger Erben verlas die Grußworte der Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt von Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer. Dieser begrüßte die Initiative der deutschen Lutherstädte zur Verleihung des Preises „Das unerschrockene Wort“. „Einen solchen Preis zu vergeben, ist dieser Städtebund geradezu prädestiniert, denn wer hätte unerschrockener wider den Stachel gelöckt als Martin Luther in seiner Zeit?“

In der Jurysitzung am heutigen Samstag haben die Mitglieder ausgelost, dass die nächste Preisverleihung 2011 in Heidelberg stattfindet.

Neben dem mit 10.000 Euro dotiertem Preis, erhielt Frau Röpke als Andenken an die Region Schmuck, gefertigt vom Zeitzer Künstler Harald Otto, einen Bildband von der Stadt Zeitz, Wein und Schokolade aus der Region.

Blitzlicht: Der Goldbergsee

Der Goldbergsee – in Coburg ein stark diskutiertes und lange herbeigesehntes Projekt. Nachdem nun endlich die Fertigstellung naht, beginnt bereits die Diskussion erneut um die künftige Nutzung für die Freizeitgestaltung bzw. die Ausführung. Von “gewisser Geruchsbildung” bis “Mücken- und Schnakentümpel”, von Seecafe bis Beachvolleyball, alles war und ist im Gespräch, siehe auch >>>NP.

Seit wann gibt es denn eigentlich die Debatte um den Goldbergsee ? Im April 1975 wurden Pläne für einen See am Goldberg zwischen Neues und Beiersdorf veröffentlicht. Der See sollte im Zuge des Ausbaus des B4 angelegt werden. Nachdem scheinbar die Pläne wieder im Papierstapel verschwunden waren, fordert OB Höhn 1982 nach einem starken Hochwasser im Januar erneut den Bau des Goldbergsees als Hochwasserschutz. Im Juni 1982 ist es endlich soweit: der Stadtrat beschließt das Planfeststellungsverfahren für den Goldbergsee. 1988 versucht der Regierungspräsident den Goldbergsee durch das Naturschutzgebiet Glender Wiesen zu verhindern. 1999 teilt der damalige bayer. Umweltminister Schnappauf mit, dass mit dem Bau des Goldbergsees im Jahr 2000 begonnen wird. Die Vorarbeiten beginnen 2003, offizieller Baubeginn ist 2006.

Was soll nach Coburgs Meinung am Goldbergsee passieren ?

Coburg auf Zelluloid

Heute lud die Historische Gesellschaft Coburg zum Filmabend ein. Gezeigt wurden Raritäten, teilweise aus dem Staatsarchiv, liebevoll von Jürgen A. Brückner, seines Zeichens Filmesammler und dem Cineasten längst ein Begriff, digitalisiert und in Form gebracht.

Vor vollem Haus im Gemeindezentrum St.Augustin wurden Filme über Coburg aus verschiedenen Zeiten vorgeführt. Ein Film handelt von der 100 Jahr-Feier des Deutschen Sängerbundes (gegr. 1862 in Coburg) von 1962 mit einem aus voller Kehle singendem Bundespräsidenten Heinrich Lübke auf dem Coburger Rathausbalkon, ein anderer von der Veste Coburg inkl. des Herzogbaus in bewohntem Zustand aus den 60zigern, ein weiterer von der 50 Jahr-Feier des Anschlusses Coburgs an Bayern von 1970. Darüber hinaus wurden je ein Beitrag von Oberfranken TV zum Thema “45-75 – Coburgs Weg in die Gegenwart” sowie zum Feuerwerk der 950 Jahr Feier vom Bayerischen Rundfunk gezeigt.

Neben Aufnahmen des “alten” und “neuen” Coburgs kamen auch Prominente zu Wort, wie etwa Freddie Quinn, der die Talkshow der Zeitzeugen 45-75 in der Reithalle moderierte oder aber auch Renate Schmidt, Bundesministerin a.D., die in der Nachkriegszeit ihre frühe Jugend in Coburg in der Goethestraße verbrachte.

Alles in allem war es eine kurzweilige Stunde, nach der Prof.Melville eine DVD über Coburg gegen Ende des Jahres in Aussicht stellte.

Die Ausflugsgaststätte Kapelle auf dem Plattenäcker

Ausflugsgaststätte Kapelle (Sammlung Christian Boseckert)

Am Anfang des Plattenäckers, wenn man vom Hofbräuhaus aus hinaufsteigt, genau gegenüber vom Eckardtsberg und der Veste, lag einst die beliebte Ausflugsgaststätte „Kapelle“, welche am 10. April 1945 durch einen amerikanischen Luftangriff zerstört wurde. Brandbomben und Granaten hatten den beliebten Ort dem Erdboden gleichgemacht. Doch schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges hörte die Kapelle auf, eine beliebte Gaststätte zu sein. Der letzte Wirt, Franz Ramster, wurde zum Heeresdienst eingezogen und eine Flakabteilung nahm sie am 26. August 1939 für kurze Zeit in Beschlag. Während des Krieges diente sie gefangenen Franzosen und Belgiern auch als Unterkunft. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war sie Quartier für eine Nachschubeinheit der Wehrmacht.

Gastbereich der Ausflugsgaststätte (Sammlung Christian Boseckert)

Ihre Glanzzeit erlebte die „Kapelle“ in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg von 1880 bis 1914. Wie die Eckardtsklause auf dem Eckardtsberg besaß sie einen schattigen Biergarten, von dem man eine wunderschöne Aussicht zur Stadt und hinüber zur Veste Coburg hatte. Die Kapelle als Aussichtsgaststätte war ein viel besuchtes Ausflugslokal. Sie hatte aber noch einen weiteren Vorzug: einen großen Vereinssaal mit einer Bühne. Deshalb trafen sich in ihren Räumen namhafte Coburger Vereine, Handwerksinnungen, studentische Korporationen und Schülerverbindungen zu frohen Feiern und festlichen Veranstaltungen. Ein Musikpavillon fehlte ebenfalls nicht. Im Sommer fanden häufig Konzerte statt, die meist von der Bataillonsmusik des 6. Thüringer Infanterieregiments Nr. 95, welches in Coburg stationiert war, veranstaltet wurden.

Aussicht von der Terasse der Kapelle (Sammlung Christian Boseckert)

Die „Kapelle“ hatte aber noch eine weitere Funktion. Sie diente der „Plattenäckergemeinde Coburg“ als „Rathaus“ und Vereinslokal. Die Mitglieder waren Coburger Bürger, in der Hauptsache aber Nachbarn von der „Platten“, die in humorvoller Weise gute Nachbarschaft und fröhliche Geselligkeit pflegten. Die „Plattenäckergemeinde“, die im Vereinsregister eintragen war, bestand von 1899 bis 1939. Ihr Wappen war ein Glatzkopf von hinten (Coburgerisch als „Platten“ bezeichnet) mit einer Henne darauf, eine Anspielung an den Gründer des Vereins Karl Henne. Die „Kapelle“ ist im Jahre 1835 gegründet worden und ist einer der ältesten Schankwirtschaften Coburgs gewesen. Ob der Name von einer ehemaligen Kapelle herrührt, die dort gestanden haben soll, kann nicht mehr festgestellt werden, doch lag unterhalb des Restaurants die sogenannte „Kleine Kapelle“, die als Wohnhaus dienend, in ihrem Aussehen einer Kapelle ähnelte. Im oberen Stockwerk hatte sie neuromanische Bogenfenster, ferner auf dem Dach ein kleines Glockentürmchen mit einem Kreuz darauf.

Werbeanzeige der Ausflugsgaststätte (Sammlung Norbert Niermann)

Bis zum Jahre 1876 wechselte die Wirtschaft mehrfach den Inhaber, nachdem sie 1849 abgebrannt war und im Jahr darauf wieder aufgebaut wurde. 1876 erwarb Ferdinand Gothe aus Stadtilm die „Kapelle“. Von da ab hatte die Familie Gothe die Bewirtschaftung fast 70 Jahre inne, wobei das Ansehen, die Größe und die Bedeutung der Gaststätte wuchsen. Nach dem Tod von Ferdinand Gothe im Jahre 1900 übernahm die Führung des Betriebs die Ehefrau Emilie mit Sohn Otto und nach dessen Ableben die Ehefrau Minna bis 1928. Die „Kapelle“ wurde dann verpachtet. Einer der letzten Pächter war, wie schon erwähnt, Franz Ramster. Unter ihm wurde die „Kapelle“ auch ein beliebtes Tanzlokal für die jüngere Generation.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten der Familie Gothe die Mittel für einen Wiederaufbau der „Kapelle“. Auf dem Grundstück Plattenäcker 3, wo sie einst stand, wurde vom Coburger Geschäftsmann Gerhard Alberti ein komfortabler Bungalow errichtet. Lediglich auf dem Platz der ehemaligen „Kleinen Kapelle“ baute sich die Familie Gothe ein bescheidenes Haus. Dieses trägt heute die Adresse Plattenäcker 2 und befindet sich an der Weggabelung zwischen dem Fußweg des Plattenäckers Richtung Wasserwerk und der Fahrstraße des Plattenäckers, welche heute nur für Anlieger befahrbar ist.

Oberhalb der beiden Häuser befand sich die "Kapelle" (Foto: HG Coburg, 1995)

Heute ist von der schönen Aussicht nichts mehr zu sehen. Das Grundstück der „Kapelle“ war lange verwildert, der Bungalow stand viele Jahren leer, lieferte vor kurzem negative Schlagzeilen in der örtlichen Presse und ist seit kurzem wieder bewohnt. So bleibt dem Heimatforscher nur noch die Erinnerung an diese schöne Stätte aufrecht zu erhalten, in der so viele Coburger frohe Stunden verbracht haben.

Text:
Christian Boseckert

Heute bleibt der Blog kalt …

Wegen Unpässlichkeit des Bloggers bleibt heute leider der Tages-Blog kalt. Alle, die schon auf den Blog des Tages gewartet haben, muss ich heute leider enttäuschen und mal eine schöpferische Pause einlegen. Acetylsalicylsäure wird heute auch nicht reichen, da muss schweres Geschütz aufgefahren werden.

Was macht eigentlich Coburg bei Kopfschmerz und Migräne ?