Alles so schön bunt hier …

Spayer Über Coburg ? Foto: S.Peter

Spayer Über Coburg? Foto: © S.Peter

Ob das Überlandhäuschen nun in der Sprayer-Aktion letzte Samstag umgespritzt wurde (NP berichtet hier >>>) oder schon früher (ist mir einfach nicht aufgefallen), ist eigentlich egal, zeigt es doch, dass Spayen nicht nur scheußlich sein muss, sondern auch kreativ sein kann. Was sonst teuer entfernt werden muss, darf hier in aller Ruhe straffrei durchgeführt werden. Eigentlich doch eine gute Sache.

Ob Kunst oder Krampf – über den Geschmack darf getritten werden, es muss ja nicht jede Ecke in Coburg besprüht werden. Auf der anderen Seite muss auch nicht jede Ecke in sterilem Betongrau erstrahlen …

Zirkus, Zirkus …

Das große Finale, Foto: S.Peter

Das große Finale, Foto: S.Peter

So, nun hat es auch Coburg-Life geschafft, in den Zirkus Krone zu gehen. Am letzten Tag in die vorletzte Vorstellung, aber ich muss sagen, die 3 Stunden haben sich auf jeden Fall gelohnt. Die Erlebnisse von Peter Thai (>>> hier beim Blog-Kollegen DSL nachzulesen) konnte ich (zum Glück) nicht teilen. Faszination, Akrobatik und Witz fast Non-Stop. Zirkusfeeling inkl. Duft nach Zirkusmehl und wilden Tieren, was will man mehr.

Und wie angekündigt, hier ein paar Impressionen …

Wie fanden denn die Coburg-Life -Leser den Zirkus in Coburg ?

Knusper, Knusper, Knäuschen …

Waldbühne Heldritt zeigt: Hänsel und Gretel, Foto:S.Peter

Waldbühne Heldritt zeigt: Hänsel und Gretel, Foto:S.Peter

… wer knuspert an meinem Häuschen? – Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!

Dieses Jahr wird auf der Waldbühne in Heldritt das Märchen der Gebrüder Grimm “Hänsel und Gretel” aufgeführt. In einer sehr schönen Inszenierung von Delia Schneider wird das Märchen witzig und effektvoll erzählt, untermalt von Tanzdarbietungen der Ballettschule am Ketschentor. Zu sehen ist das Märchen noch bis 21.07. in Heldritt.
Lustspiel-Fans kommen dieses Jahr übrigens mit dem Stück “Die fidele Kurklinik” auf ihre Kosten.

Coburg-Life findet die Inszenierung auf jeden Fall sehenswert, die Kinder fanden es allemal toll!

Und hier noch ein paar Impressionen zur Einstimmung …

Der Hahnfluss

Der Hahnfluss, Foto:S.Peter

Der Hahnfluss heute in Cortendorf, Foto: © S.Peter

Vielen jüngeren Leser wird der Name Hahnfluss überhaupt nicht mehr ein so geläufiger Begriff sein. Die noch jung gebliebenen Leser erinnern sich sicherlich an den Fluss, der mitten durch Coburg floß.

Der Hahnfluss war einst ein wichtiges Gewässer für die Gewerbetreibenden in Coburg. Handwerker, wie Gerber, Färber und Tuchmacher, aber auch Mühlen benötigten einen Wasserlauf mitten in der Stadt. Auch bei Feuer oder zur Be- und Entwässerung des Stadtgrabens bedurft es eines Wassergrabens. Einen solchen Wassergraben gab es aber nicht in der Stadt Coburg, die Itz war zu weit entfernt und barg ständig das Hochwasserrisiko, der Stetzebach war zu klein.

Der Hahnfluss auf Höhe der Schenkgasse (Zeichnung von Emil Maurer, im Privatbesitz Boseckert)

Zur Versorgung der Innenstadt wurde also ein Kanal oder besser Mühlgraben angelegt, der Han oder auch Hayn, später als Hahnfluss bekannt. Während sein Oberlauf aufgrund der vielen Schleifen von Itz und Hahnfluss eine natürliche Laufbildung vermuten lässt, ist sein Unterlauf von der Hahnmühle abwärts bestimmt durch Menschenhand angelegt worden, vermutlich bereits vor 1323, in diesem Jahr wird die „Haynmül“ erstmals urkundlich erwähnt.

Der malerische Hahnfluss am Lohgraben nach Hans Weberpals (im Privatbesitz Boseckert).

Der Hahnfluss zweigt oberhalb des Stadtteils Cortendorf von der Itz ab. Die Wehranlagen, was heute noch davon übrig ist, stammen aus den Jahren 1830/32, 1956 modernisiert. Vorher war das Wehr bedeutend einfacher und an einer anderen Stelle. Es wurde durch das Hochwasser der Itz häufig und meist auch stark beschädigt. 1830 wurde es sogar vollständig fortgerissen. Die Wehranlagen bestanden aus drei Wehren:

  • dem Überfallwehr an der ehemaligen Porzellanmanufaktur Cortendorf / Julius Griesbach, dieser Teil der Anlage ist nicht mehr vorhanden
  • der Rumpel, einer künstlich angelegte Steintreppe und
  • dem Schützenwehr mit Wehrhäuschen, dem sogenannten Feinstregulator

Durch diese Wehranlagen wurde der Wasserstand des Hahnflusses reguliert, ein Wehraufseher bediente die Schützen und beaufsichtige die gesamte Wehranlage. Neben dem Regulieren musste der Wehraufseher zudem im Winter das Einfrieren der Wehre verhindern.

Der Hahnfluss hatte vor seiner Verrohrung eine Länge von ca. 3.800 Meter auf einer Luftlinie von 2.750 Metern. Die wichtigsten Punkte 1954 waren:

  • Die Wehranlagen in Cortendorf (heute teilweise erhalten)
  • Die zwei (vormals drei) Eisteiche der Brauerei St.Scheidmantel, die vom Hahnfluss gespeist werden (die Eisteiche sind heute zugeschüttet)
  • Die Straße „Am Bach“ im Stadtteil Cortendorf (Schöpfstellen, Viehtränke, Enten- und Gänsewasser, Gerätehaus der Feuerwehr – Spülen der Schläuche – , Weidenwäsche der Korbmacher, Schwemmsand).
  • Der „Tote Arm“ (z.T. schon zugeschüttet!) mit der ehemaligen Pulvermühle.
  • Die Maschinenfabrik und Eisengießerei Langenstein und Schemann – 1863 als Ernsthütte gegründet.
  • Die Lohmühle (Mühlensteine am rechten Ufer) – die Lohmühle steht heute noch
  • Das Hindenburgbad (vormals „Städtische Schwimmschule“) mit dem sog. „Prinzbad“, noch früher „Badehaus“) – heute das Aquaria
  • Die ehemalige Eisbahn hinter dem Grundstück Wittmann, Rosenauer Straße 16 – 18.
  • Der Rittersteich mit der Kemenate (Rosenauschlösschen), Hoffischerei – hier kann man den Verlauf anhand des Fußweges sehr gut erahnen
  • Das Speisegasthaus Schröck (Versorgung der Fischkeller) – heute Costas Taverne
  • Die Hahnmühle (Eichpfahl noch vorhanden!) – ehemaliges Simpl und Fleischerei Rose
  • Das Hahntor (1465 errichtet und 1803 abgebrochen)
  • Die Gerbergasse (alte Gerberhäuser).
  • Das städtische Triebwerk (vormals „Globuswerke“, vormals „Ennersmühle“).
  • Der Schenkensteg (Coburgs „Klein-Venedig“).
  • Der Lohgraben mit dem Kindlesbrunnen.
  • Die ehemalige städtische „Badstube“ im Haus der Färberei und Reinigungsanstalt Mundt, Badergasse 11.
  • Die Stadtmühle (Quickersmühle, auch „Stücklesbrotmühle“ im Volksmund genannt).
  • Fisch-Zetzmann, jetzt Rosengarten und Kaden, Mühlgasse.
  • Die Walkmühle (Halbmühle), Walkmühlgasse, Webergasse.
  • Die letzte Gerberei: Lederwaren-Dietz, Judengasse 50
  • Die Schöpfstelle an der Löwenstraße (Treppe) mit den zwei alten Steinbänken.
  • Die einstige Fortführung des Hahnflusses durch die Victoriastraße zum Ketschentor.
  • Die Einmündung des Hahnflusses in die Itz an der Judenbrücke

Der Zusammenfluss von Itz und Hahnfluss an der Judenbrücke (Sammlung Christian Boseckert)

1965 wurde durch den Coburger Stadtrat die Verrohrung des Hahnflusses beschlossen, Am 12. Februar 1967 wurde im Stadtgebiet, im Stadtteil Cortendorf bereits 1958 mit den Verrohrungsarbeiten begonnen.

Das überirdische Ende des Hahnflusses, Foto: © S.Peter

Heute kann man noch einen kleinen Teil des Hahnflusses sehen, der überirdische Teil endet in Cortendorf am ehemaligen kleinen Eisteich, ein Teil wird über eine große Rumpel in die Itz hinter der Brauerei St.Scheidmantel geleitet, der Rest des Mühlgrabens fliesst durch die Verrohrung.

Zum Thema Verrohrung des Hahnflusses gibt es übrigens bei iTV-Coburg einen interessanten >>> Filmbeitrag von 1967 zu sehen.

Der Hahnfluß war nicht der einzige Mühlgraben in Coburg. Dazu später jedoch mehr ….

Aktion “Ich will Sommer”

Wann wird's mal wieder richtig Sommer, mit freundlicher Genehmigung von Zimmermädchen

Wann wird's mal wieder richtig Sommer, mit freundlicher Genehmigung von Zimmermädchen

Wir sind zwar erst am Wochenende von einem Ostsee-Urlaub zurückgekehrt und konnten uns vor Ort nicht über das Wetter beklagen (max. 20 Grad, wenig Regen), finden aber den Protest unserer Coburger Blog-Kollegen Zimmermädchen und Vesteblick durchaus berechtigt, denn 8 Grad am Morgen sind für Sommeranfang in Coburg einfach zu wenig. Wir wünschen wir uns zumindest 25 Grad, Hitzerekorde müssen es ja gar nicht sein und wenn ein Flashmob hilft – dann bitteschön ….

Deswegen unterstützt Coburg-Life.de die Aktion “Ich will Sommer!“.