Auf zum Coburger Vogelschießen
Heute beginnt es wieder Am Freitag hat es wieder begonnen, das älteste Coburger Volksfest, das Coburger Vogelschießen. Dieses Jahr ist auch wieder ein Riesenrad zu finden, aber auch viele andere Fahrgeschäften, Musikanten, Bands und das Volksfest-Armbrustschießen in der alten Angerturnhalle. Für Speis’ und Trank ist bestens gesorgt, es gibt wieder zwei Sorten Schützenbier. Bieranstich mit OB Norbert Kastner ist heute war am Freitag um 20 Uhr, die Maß kostet nach Angabe von Oberschützenmeister Hans-Herbert Hartan 6,10 Eurosen (ohne Gewähr) und ist damit etwas teurer als letztes Jahr.
Neben dem Eröffnungsfeuerwerk heute am Freitag findet traditionell am Donnerstag das Brillant-Hoch-Feuerwerk statt, am Mittwoch ist wieder Kinder- und Familientag.
Das 410. Coburger Volgelschießen geht bis zum 9.August und Coburg-Life wird sich das Ganze sicher auch live ansehen (und davon berichten).
Übrigens, die offizielle Festschrift steht direkt bei der Schützengesellschaft Coburg 1354 e.V. als Download bereit >>> klick <<<.
UPDATE: ein aktuelles Video gibt es >>> hier <<<.
Coburger Oberbürgermeister – Alfred Sauerteig
Seine Amtszeit als kommissarischer Oberbürgermeister von Coburg dauerte gerade mal 32 Tage. Trotzdem war Alfred Sauerteig einer der angesehensten Kommunalpolitiker Coburgs. Das lag vor allem daran, dass er die Stadt vor einer möglichen Zerstörung durch amerikanische Truppen im April 1945 bewahrte, indem er rechtzeitig die Kapitulationsbedingungen der Amerikaner akzeptierte und unterzeichnete. Diese Rettung vergaßen ihm die Coburger nie.
Wer war dieser Alfred Sauerteig eigentlich? Er wurde am 15.10.1877 in Unterwohlsbach bei Rödental als Sohn des Landwirts Nikol Sauerteig geboren. Er verlebte seine Jugend bei den Großeltern in Oeslau (heute ist Oeslau ein Stadtteil von Rödental) und besuchte dort auch die Volksschule. Später erfolgte der Wechsel an das Coburger Gymnasium. Nach seiner Schulausbildung wurde Sauerteig Justizanwärter beim Amtsgericht in Coburg. Im Jahre 1905 wechselte er zur Coburger Stadtverwaltung über und wurde dort Stadtschreiber und stellvertretender Leiter des Polizeiamtes. Es schien als stände Alfred Sauerteig eine glanzvolle Karriere bevor, doch der Erste Weltkrieg beendete das berufliche Vorankommen erstmal. Er wurde eingezogen und kam 1918 als Leutnant der Infanterie, dekoriert mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse, zurück nach Coburg. Dort konnte er wieder in der Stadtverwaltung wirken.
Neben dieser Tätigkeit begann er kommunalpolitisch tätig zu werden. So saß Sauerteig von 1919 bis 1921 für die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) im Coburger Stadtrat. Außerdem setzte sich der spätere Stadtamtmann bei zahlreichen Vereinen und Verbänden für das Wohl der Allgemeinheit ein. Alfred Sauerteig war Vorstand der gemeinnützigen Spitalkasse, wirkte jahrzehntelang im Vorstand der angesehenen Turngenossenschaft, gehörte zu den aktiven Mitgliedern des Thüringischen-Gemeindebeamten-Verbandes und war seit 1922 Vorsitzender des Spar- und Hülfevereins, der später von der heutigen Hypovereinsbank übernommen wurde. Bei allen großen Veranstaltungen der Stadt Coburg ist er organisatorisch tätig gewesen. Auch als Historiker machte sich Sauerteig einen Namen, obwohl er sich selber nie als ein solcher bezeichnete. Sein bekanntestes Werk ist die „Coburger Zeitungsgeschichte“ in dem Sauerteig alle Coburger Zeitungen und Zeitschriften von 1715 bis 1948 wissenschaftlich aufarbeitete.Während der Zeit des Dritten Reiches führte er trotz großflächiger Säuberungen des Beamtenapparates das Coburger Personalamt, dem er schon zu Zeiten der Weimarer Republik vorstand, weiter, da er nicht ersetzt werden konnte. Im Jahre 1937 trat Sauerteig in die NSDAP ein, was ihm am Ende des Zweiten Weltkrieges zum Verhängnis werden sollte. Zwischen 1937 und 1945 tritt kaum in Erscheinung.
Erst im April 1945 sollte er aus dem Dunkel hervortreten. Am 07. April 1945 befragte ihn der NS-Oberbürgermeister Greim ob er bereit sei, ihn zu vertreten. Sauerteig erklärte darauf hin, dass er die Stadt Coburg in dieser Zeit nicht im Stich lassen wolle, waren doch die amerikanischen Truppen schon auf dem Vormarsch Richtung Coburg. Als sich Greim am Abend des 09. April nach Bayreuth absetzte, wurde Sauerteig kommissarischer Oberbürgermeister. Der Stadtamtmann fand eine hoffnungslose Situation vor. Die Stadt musste einige Luftangriffe seitens der Amerikaner ertragen und an einer Verteidigung war aufgrund der wenigen Waffen nicht zu denken. Trotz des Führerbefehls die Stadt „bis zum letzten Mann“ zu verteidigen, entschloss sich Sauerteig zur Kapitulation.

Wehrmachtsparlamentär Oberleutnant Adolf Müller (Mitte) erläutert Stadtamtmann Alfred Sauerteig (links fast verdeckt neben Müller) die von den Amerikanern diktierten Kapitulationsbedingungen (Fotosammlung Stadtarchiv Coburg)
Am 11. April 1945 zogen die amerikanischen Truppen in Coburg ein. Gegen 12 Uhr des gleichen Tages unterzeichnete Alfred Sauerteig in der Regimentsstube des Coburger Rathauses die Kapitulation der Stadt. Die Amerikaner setzten ihn sogleich zum kommissarischen Oberbürgermeister ein. Doch als seine Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Partei bekannt wurde, enthob die US-Militärregierung am 11. Mai 1945 Alfred Sauerteig seines Amtes und schickte ihn nach 50jähriger Tätigkeit bei der Stadt Coburg in den Ruhestand. Es sei noch zu erwähnen das Sauerteig es war, der den Coburger Mohr als Stadtwappen wieder einführte, nachdem dieser von Nationalsozialisten durch ein neues Wappen abgeschafft wurde.
Trotz dieses Rückschlages genoss der ehemalige kommissarische Oberbürgermeister den Rückhalt und das Wohlwollen der Coburger Bevölkerung. Bei der ersten Stadtratswahl nach dem Kriege, im Jahre 1946, zog er in dieses Gremium ein und wirkte dort unter anderem im Verwaltungssenat. Zuletzt gehörte er der Fraktion des Coburger Volksbundes, dem Vorgänger der Freien Wähler, an. 1960 zog er sich aus der aktiven Politik zurück.

Sauerteigs Wohnhaus in der Löwenstraße (Foto: Christian Boseckert, 2007)
Seinen wohlverdienten Ruhestand konnte Alfred Sauerteig allerdings nicht mehr genießen. Er starb am Neujahrstag 1961 im Alter von 83 Jahren in Coburg. In seinem Arbeitszimmer hing jahrzehntelang eine Glasmalerei mit einem Zitat aus Goethes Faust. Dort war zu lesen: „O glaube mir der manche tausend Jahre an dieser harten Speise kaut, dass von der Wiege bis zur Bahre kein Mensch den alten Sauerteig verdaut.“ Vielleicht charakterisiert dieses Zitat Alfred Sauerteig am besten. Aufgrund seiner Verdienste um die Stadt Coburg benannte man im Jahre 1987 den kleinen Park vor dem Portikusbau des Ernst-Alexandrinenbades in Alfred-Sauerteig-Anlage um. Dort ist auch eine Gedenktafel aufgestellt, die an diesen bedeutenden Kommunalpolitiker erinnert soll.
Text: Christian Boseckert
Fotoquellen:
Bild 1: Alfred Sauerteig (Aus dem Nachlass Walter Schneier, Standort Stadtarchiv Coburg)
Bild 2: Wehrmachtsparlamentär Oberleutnant Adolf Müller (Mitte) erläutert Stadtamtmann Alfred Sauerteig (links fast verdeckt neben Müller) die von den Amerikanern diktierten Kapitulationsbedingungen (Fotosammlung Stadtarchiv Coburg)
Bild 3: Sauerteigs Wohnhaus in der Löwenstraße (Foto: Christian Boseckert, 2007)
Legal und Legitim?
Mit dem Auto in den Urlaub und dann das Auto am Urlaubsort gestohlen – Schlimm. Wie? Das Auto war nicht kasko-versichert und es handelt sich um eine aktuelle S-Klasse – noch schlimmer. Aber scheinbar nicht, wenn man Ulla Schmidt heißt und mal eben im spanischen Urlaubsort seinen Dienstwagen nachkommen läßt. Geschätzte 10.000 Eurosen (diese Zahl kommt vom Bund der Steuerzahler) hat dieses Nachholen gekosten – zuzüglich 100.000 Eurosen für das entwendete Fahrzeug, das eben keine Fahrzeugvollversicherung hatte. Frau Schmidt sieht aber scheinbar kein Problem.
Klar, legal war das, Frau Schmidt, aber war das auch legitim?
Und wer den Schaden hat (wenn auch nicht den materiellen), wird auch gleich verspottet: der Autovermieter Sixt wirbt mit dem Bild von Frau Schmidt und dem Text “Mit dem Dienstwagen in den Urlaub? Es gibt Sixt doch auch in Alicante! Ab 29.- Euro pro Tag inkl. Dienstahlversicherung”. Übrigens, das Bild der S-Klasse oben stammt entgegen manchen Gerüchten nicht aus eBay ….
Wie fahren denn die Leserinnen und Leser von Coburg-Life in den Urlaub?
Fit for Ferien
Die Schulferien stehen vor der Tür und das Sommerferienprogramm der Stadt Coburg auch. Hier bietet die kommunale Jugendarbeit der Stadt Coburg jede Menge Aktivitäten an, beispielsweise Sommerkino am 2. und 9.August mit dem Film “Der Brief für den König“, Kinderzeltlager vom 3. – 11.August usw.
Am Samstag, den 8.August findet eine MTB-Tour mit Experten des ADFC und des DAV statt. Nicht in der City sondern in der Natur können die jugen Teilnehmer die Beherrschung ihres Bikes austesten und ihr Können verbessern. Weitere Infos und das ganze Sommerienprogramm gibt es unter www.coburg.de/ferien. Anmelden für die Aktivitäten kann man sich in der Stadt Coburg, bei Frau Halboth-Roth, Tel: 09561- 891572 oder jugend@coburg.de.
Kronach leuchtet 2009

Kronach leuchtet 2009 - Foto: www.meikys-podcast.de
Leider war Coburg-Life selbst nicht bei Kronach leuchtet, aber wir wollen trotzdem auf Meiky von Meikys Podcast verweisen, der neben einem tollen Bericht auf ein paar sehr schöne Fotos (und evtl. auch bald ein Video?) von diesem außergewöhnlichen Event online gestellt hat. Den Artikel findet ihr >>> hier <<<. Nachdem wir bereits den Bericht von Meiky von 2008 gelesen haben, wären wir selbst sehr gerne hin. Nächstes Jahr bestimmt ….
Update: Jetzt ist bei Meiky auch das Video zu Kronach leuchtet online >>> klick <<<. Sehr angenehm – Meiky ist einfach multimedial unterwegs…
Übrigens, auf auf seinen Seiten findet ihr auch auch einen tollen Podcast und ein fantastisches Hörspiel.

