Buchtipp: Franken-Thriller auf dem afrikanischen Kontinent

Nigeria-Connection von Peter M.Roese
“Welch eine Umstellung, aus der großen, weiten Welt in die Enge des Dorfes am Rande der Fränkischen Schweiz zurückzukehren. Noch geht hier alles recht geruhsam zu. Nebenan pflügt der Hauser Sepp sein Feld mit dem Gaul. Majestätisch schreitet ein Storch hinter dem Bauersmann und seinem Pferd her und pickt leckere Würmer aus der braunen Erde der frisch gezogenen Furche. Das sind so Momentaufnahmen, die es bald nicht mehr geben wird, das ist unwiederbringlich Vergangenheit, genauso, wie der Anblick jener Güterzüge, vor die zwei Dampflokomotiven gespannt sind, und die Grubenholz aus der Tschechoslowakei ins Ruhrgebiet transportieren. Der ganze Bauerberg ist dann in Dampf und Rauch gehüllt, wenn die schwarzen Eisenrosse zischend vorbeibrausen. Sowohl das Ende der Dampflokomotivenära als auch des Kohlebergbaues im großen Stil zeichnen sich bereits ab.
Über allem thront seit Jahrhunderten unerschütterlich die Burg Veldenstein. Dem noch gut erhaltenen Gemäuer haftet ein etwas zwiespältiger Ruf an, denn es gelangte während der Nazizeit in die Hände des Reichsluftmarschalls Hermann Göring, alias Maier, der dort seine Jugend verbracht hatte.”
Fast ein ganzes Kapitel des Buches “Nigeria Connection” von Peter M. Roese spielt im Pegnitztal, in dem Dorf “… im Schatten der Burg Veldenstein …”.
Peter M. Roese, 1944 in Erlangen geboren, heute Wahl-Lautertaler (aber Achtung – Lautertal im Odenwald) hatte Glück, denn zahlreiche geschäftliche und private Reisen führten den Techniker buchstäblich rund um den Globus. In Nigeria und im Iran hat er einige Jahre gelebt und gearbeitet. Ein gespitzter Bleistift lag immer bereit …
Wen wundert es da, dass Roese sich nach seiner krankheitsbedingten Frühpensionierung der Schriftstellerei zuwandte.
Liebhaberinnen und Liebhaber exotischer Geheimdienst-Thriller kommen bei der Lektüre von “Nigeria Connection” voll auf ihre Kosten. Neben einer spannenden Handlung gibt es viel afrikanische Folklore. Zauberpriester, amouröse Abenteuer mit braunen Mädels, der wunderliche afrikanische Arbeitsalltag, das Chaos auf den Schlaglochpisten, eine Elefantenpirsch im Urwald runden das Bild ab. Nicht nur Nigeria, sondern auch die Benin Republic (früher Dahomé), Kamerun und Kenia sind Handlungsschauplätze. An Hinweisen auf die Heimat Franken fehlt es natürlich auch nicht …
