Die Gaststätte Rohmann, Teil 2

Das Haus der ehemaligen Gastwirtschaft Rohmann, heute Coburger Puppenmuseum (Foto Christian Boseckert, 2007)

Das Haus der ehemaligen Gastwirtschaft Rohmann, heute Coburger Puppenmuseum (Foto Christian Boseckert, 2007)

weil es so schön war – die Fortsetzung.

Am Salzmarkt befand sich damals die Firma Gummi Hess ( nicht falsch verstehen)!
Die Kurve dort bezeichneten wir als die “Gummi-Hess-Kurv`n”. Wenn man dort Reifen quietschen hörte, kam garantiert S. mit seinem Glas-BMW um die Ecke gefegt. S., Mitglied des MSC, war wie immer sehr flott unterwegs. Auch als Stammgast im Rohmann war er stets dabei, wenn es darum ging, mehrere Biere zu “versteckeln”!
Soll wieder zurück sein ins Bayerische!

An der "Gummi-Hess-Kurvn" am Salzmarkt (Foto- Christian Boseckert, 2007)

An der "Gummi-Hess-Kurvn" am Salzmarkt (Foto- Christian Boseckert, 2007)

An einem Freitagabend gegen Mitternacht wurde gegen heftigen Protest der Gäste das Lokal geschlossen, keiner wusste warum. Am Samstag war dann zu sehen, weshalb am Vorabend so bald geschlossen wurde. Zwei Maler hatten über Nacht die Kneipe neu gestrichen bzw. neu tapeziert. Ludwig wurde deshalb angepöbelt. Einer, der seine Birne an seinem Stammplatz immer gegen die Wand lehnte und dort natürlich seine “Visitenkarte” hinterlassen hatte, zog ernsthaft in Erwägung, sich eine andere Stammkneipe zu suchen.
Dann kam die Zeit, als der “Schinzel`s Ernst”, vom “Weißen Ross” in der Judengasse, die “Cortendorfer” in der Steingasse übernahm. Wenn wir Ludwig ärgern wollten, sind wir am Rohmann vorbei, ums Eck in die “Cortendorfer” gegangen.
“Ihr könnt auch euer “Scheidmantel” bei mir trinken!” Ludwig war das gar nicht recht und er meckerte uns deshalb an. Er wusste schon, was er an uns hatte. Schinzel hatte damals einen alten Tresen im Hausflur stehen, der stand aber plötzlich eines Abends im Hof der Ehrenburg (damals war die Ehrenburg nachts noch zum Durchgehen offen). Plötzlich brannte der Tresen lichterloh. “Da hammer doch so a paar Sauhünd mein Tres`n ahgazünt! Wer ner die Krüppel bloß war`n?” Das war echt kein feiner Zug. Ernst hat es sicher nie erfahren, wer die “Gauner” waren.

Drei Mann und 30 Jahre Lokalverbot

Begonnen hatte alles mit dem Besuch der Burgschänke an einem Samstagmittag. Nach einem Platzregen hatten wir zwar die Terrasse vor der Burgschänke für uns, zogen uns aber dann in das kleine Aussichtstürmle zurück, weil es dort eben trockener war. Der Kellner brachte uns “Nachschub” und für sich immer gleich ein Bier mit. Zum Schluss war der dann auch ganz schön besoffen. Als die Sonne wieder zu brennen begann, machten wir uns auf den Heimweg, Richtung Rohmann. Zu unserem Glück stand an der Ampel unser Freund B., der hatte einen Kadett-Kombi. Gleich neben der Ampel hatte jemand eine große Kastanie gefällt und in Stücke von ca. 1 m Länge zersägt. K., der im angetrunkenen Zustand immer gute Einfälle hatte, machte den Vorschlag, so ein Stück von der Kastanie dem Ludwig als Heizmaterial zu schenken. Der Kadett-Kombi war zunächst leer aber nicht lange, denn dann waren vier Mann und ein Stück Kastanienbaum drinnen. Als wir beim Rohmann ankamen, peilte ich erst mal die “Lage”. Im letzten Raum, dort wo die “Box” stand, saßen nur drei oder vier Leute. Ein Fenster wurde geöffnet und “bruch-bruch” landete der “Klotz” auf einem Tisch. Zunächst freudig von der Else begrüßt (sie merkte erst mal nix), nahmen wir Platz. Elfi kam und fragte: “Was kriegt`n Ihhh…, seid ja blöd, wenn das der Ludwig sieht”! – Ein Geschrei! Alle Gäste natürlich auf unserer Seite – Endlich mal was los im Rohmann. Ansagen wurden laut: ” Nächste Woche bringe ich eine Dampfwalze mit, usw. usw….

Else bekam einen Weinkrampf oder so ähnlich. Dass wir für sie Brennholz mitgebracht hätten, wollte sie nicht gelten lassen – So was blödes. Einer hat mal erzählt, 1946 haben sie sogar ins Theater Brikett´s mitgebracht!?

“Raus, raus, alle Lokalverbot! Wie viel Mann? Drei? – 30 Jahre Lokalverbot”!
Unter dem Beifall der Gäste wurde nun der “Klotz” durch das ganze Lokal, bis vor die Haustüre getragen (das Ding war sauschwer) und dort zunächst abgelegt. Mittlerweile war es dunkel geworden. B. musste erst den Kadett holen und jeder, der ins Lokal wollte, musste über den “Klotz” steigen. – Das war Samtstagabend! Am Freitagabend darauf gab es eine Amnestie und die 30 Jahre Lokalverbot wurden wieder aufgehoben! – Scho lang her….

(Fortsetzung folgt)

Text: Gerd Bieler

Blitzlicht: Vor 25 Jahren auf Platz 1

Wer kennt es nicht, das Lied “Do They Know It’s Christmas” von dem legendären Band-Projekt Band-Aid um Bob Geldorf und Midge Ure, dem viele internationale Popstars angehörten. Heute genau vor 25 Jahren war dieser Song das erste Mal auf Platz 1 der britischen Single-Charts mit dem Ziel, Geld für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. Dem Song folgte 1985 das Benefiz-Konzert Live-Aid, nach dessen Vorbild später weitere Konzerte veranstaltet wurden.
Allein in Deutschland war die Single 12 Wochen in den Charts. Können sich die Leserinnen und Leser noch erinnern?

Die Gaststätte Rohmann, Teil 1

Die Rückertstraße um die Jahrhundertwende (Sammlung Norbert Niermann)

Die Rückertstraße um die Jahrhundertwende (Sammlung Norbert Niermann)

“Servus!” – “Servus” – “Wo gehst`n hie?” – “Ah`ns trink`n, zum Ludwich!” – “Geh ich mit!”

Freitag Abend, erster Anlaufpunkt “Rohmanns Gaststätte” in der Rückertstrasse. Damaliger Pächter in den 60-70er Jahren Ludwig Koch. Frau Else, ständig im Stress hinter der Theke in ihrer “Kochnische”. Jeder neue Gast wurde mit “Servus” und “Hallo” begrüßt. Man kannte sich und ging an keinem Tisch vorbei ohne freundschaftlich zu “klopfen”. Ch., wie immer am Flipper, gleich dort am Eingang und stets mit der Frage auf den Lippen: “Kannste mir mal`n Bier bezahlen?” Wie oft hat der die Scheibe vom Flipper zerhauen!? Lokalverbot das Resultat. Aber 3 Trage später war wieder alles vergessen. Neue Scheibe und Ch. war in noch schlechterer finanzieller Verfassung!

Endlich den ” 3er” und den “1er” gleich dazu. F. war als Fahrschullehrer ganz okay und kam auch regelmäßig ins Rohmann. Das erste Auto! Mit was für “Krück`n” ging es los? 600er Fiat, NSU Prinz 4, DKW Junior, BMW 700, VW, und, und, und! Sprit bei 60 bis 70 Pfennig pro Liter bis später die sogenannte “Energiekrise” den Weg frei machte für die “Abzocke” nach oben! Nur Probe aufs Exempel! Mal sehen, wie der konsumverblödete deutsche Michel darauf reagiert? Zuvor wurde der deutsche Autofahrer bei z. B. ESSO mit dem “Tiger im Tank” geködert und bei BP und ARAL wurden die Leute verrückt gemacht mit dem Losspiel “Rubbel die Mark”. Es konnten bis zu 10.000 DM gewonnen werden. Nur brauchte man zum Los das passende Gegenlos. Am Samstag waren dann die Anzeigen in der Presse oder im Tageblatt zu lesen: Habe Los Nr……., suche Gegenlos. Gewinn “Halbe-Halbe”. Die Leute haben getank wie die “Weltmeister” – und dann plötzlich “Energiekrise”! Wie wurden wir damals nur verarscht!

Erstmal eine “Ehrenrunde” um den Markt, rein in die “Spit”, um den “Gräfsblock” und zurück zum Albert. Spätestens jetzt brüllte oder pfiff einer und wollte mitfahren – wieder Retour und durch die Mohrenstrasse runter zum Bahnhof. Jetzt müssen die Kumpels kommen, die zur Zeit beim Bund sind. Massen von Leuten schieben sich durch den Bahnhof. V. kommt heute im Dienstanzug – da muss der Wachhabende in Amberg gerade auf dem Klo gewesen sein, als V. an der Wache vorbei ging! P. kommt natürlich mit Ausgehuniform nach Coburg. Mohrenstrasse, Spit, Markt, Herrengasse, Rückertstrasse – Parkmöglichkeiten fast überall! Wie gross war damals die Verkehrsdichte in Deutschland? Der Kult um Deutschlands liebstes Kind, sprich “PKW” war halt damals noch nicht so ausgeprägt wie heute. Die Bürgersteige waren vielerorts schmäler, Fussgängerzone? – Hä? Was`n des? – Unbekannt! Tempo 30? – Wohl blöd was! – Parken also kein Problem.

Am Stammtisch gegenüber der “Kochnische” ist noch Platz. “Was kriegt`n ihr?” – Elfi, wie immer gut drauf, bedient heute Abend. Urkulm, Edelherb, EKU-Pils bitte! Es wurde behauptet, der Ludwig hätte weit über 40 (!) Biersorten parat! Das ist wie heute beim Sagasser. Gulaschsuppe, Schmalzbrot oder Brot mit Bratwurstfülle, die einzigen Gerichte im Rohmann. Wenn in der Gulaschsuppe Fleisch war, ging das wie ein Lauffeuer durch die Stadt. Doch essen sollte man die Gulaschsuppe erst gegen 23 Uhr! Man hatte ja dann schon mehrere Pils intus. Eifrige Stammtischbeobachter konnten nämlich berichten, dass der angebrannte Topf, in dem die Gulaschsuppe so vor sich hin köchelte, schon mal am Rand mit einem Zeigefinger etwas “gereinigt” wurde! – Scho` lang her!

(Fortsetzung folgt)

Text: Gerd Bieler

Weihnachten wie früher

Weihnachten wie früher

Familie aus Coburg 1955, Foto: Stadt Coburg

Wie war ein Weihnachtsbaum vor 100 Jahren geschmückt? Seit wann gibt es Glaskugeln oder Lametta? Was verrät ein Pantoffel über unsere Zukunft? Wie sah das Fest in Kriegs- und Notzeiten aus, wenn Lebensmittelmarken gespart werden mussten und unterm Christbaum als einziges Geschenk eine Dose Ölsardinen lag?

Unter dem Motto “Weihnachten wie früher” stimmt das Coburger Puppenmuseum am 23.Dezember auf das Weihnachtsfest ein. Es wird gezeigt, wie frühere Generationen Weihnachten gefeiert haben und Frederike Kruse vom Team “Zeitreise” erzählt die Geschichte des Weihnachtsfestes.

Zum Abschluss wird gemeinsam eine weihnachtliche Leckerei hergestellt, die schon den Groß- oder Urgroßeltern geschmeckt hat. Das ganze Programm ist für Kinder ab 5 Jahren, weitere Infos und Voranmeldung im Coburger Puppenmuseum unter  Tel. 09561/ 89-1480.

An welche Traditionen können sich eigentlich die Leserinnen und Leser erinnern?

Alles Physik oder was?


Bei Youtube entdeckt man ja viele Fakes von Sachen oder Abläufen, die es gar nicht geben kann. Das nachfolgende Experiment könnte fast auch unter diese Rubrik fallen, es ist aber mit der “normalen” Physik erklärbar  .

Was wird also gemacht? Man leere eine Tabasco-Flasche (am besten auf einen Zug), fülle diese mit Glycerin und stelle diese Flasche in einen ebenfalls mit Glycerin gefüllten Becher. Was passiert? Die Flasche ist teilweise “unsichtbar”.

Wer von den Coburgern kann es erklären?