Bildersuche – die Erste!

Eine neue Rubrik hält Einzug bei coburg-life.de: das Bilderrätsel. In unregelmäßigen Abständen (das sind die Leserinnen und Leser ja gewohnt
) wird es künftig ein Bilderrätsel aus Coburg und Umgebung geben. Zu Gewinnen gibt es erstmal nur Ruhm und Ehre, materielle Preise kann ich, da dies ein privates Blog ist, zunächst einmal nicht aussetzen – aber vielleicht findet sich ja ein oder gar mehrere honore Sponsoren!
Lange getippt, jetzt geht es los: Wo findet man denn obiges Kunstwerk im Stadtgebiet Coburg?
Der Papierlöwe von Coburg
Gestern fragten sich die Blogkollegen von Vesteblick.de, was es denn mit dem >>>Papier-Löwen von der Itz auf sich hat. Wir wollen mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bekommen (teilweise schruben die Kommentateure von Vesteblick des Rätsels Lösung nieder
).
Die Ruhebank stammt unverkennbar aus der Hand des Coburger Stadtbaurats Max Böhme, über den >>>hier und >>>hier bereits einige Informationen nachzulesen sind. Die Jugendstilbank bildete zusammen mit der Bronzefigur der Bogenspannerin von Ferdinand Lepcke (>>>hier kann man über die Arbeit von Lepcke nachlesen) seit 1912 neben der Hohenlohe-Brücke ein Ensemble und lud zum Rasten am Eingang zur Grünanlage längs der Itz ein.
Das Maul des Löwenkopfs war die Öffnung für einen Papier- bzw. Abfalleimer, der in der Steinsäule untergebracht war. Irgendwann fehlte dann der Löwenkopf und an der Ruhebank nagte mehr und mehr der Zahn der Zeit.
2007 wurde über eine Rekonstruktion der Bank nachgedacht, doch leider waren keine Bilder vom Löwenkopf vorhanden, bis durch einen Zeitungsaufruf ein Foto eingesendet wurde. Anhand dieses Fotos wurde die Ruhebank komplett aus dem gleichen Material rekonstruiert, bis – ja, bis auf den Papierkorb. Der wurde nicht mehr in die Säule und den Löwenkopf integriert. Zu groß wäre die Gefahr der Zerstörung (O-Ton H.-H.Ulmann). Am 26.August 2009 war es dann soweit: die Rekonstruktion der Fa.Padi wurde aufgestellt. Die ganze Geschichte mit einem Foto der alten Bank von 1926 (mir liegen leider die Rechte nicht vor) kann >>>hier nachgelesen werden.
Jetzt muss eben das Papier auf der anderen Seite der Bank in den “schicken” Metallabfalleimer eingeworfen werden. Der lässt sich dann im Falle einer Entwendung oder Zerstörung einfacher und kostengünstiger rekonstruieren.
Die Brunnen in der Judengasse
Die Coburger Innenstadt besaß in der Vergangenheit eine Vielzahl von Brunnenanlagen, die mit der Zeit, aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs, entfernt werden mussten. Der Coburger Chronist Karche erwähnt im 18. Jahrhundert das zu dieser Zeit 29 Brunnen im Bereich der Innenstadt existierten. Eine Straße, die heute „brunnenfrei“ ist, aber einst zahlreiche solcher Anlagen aufweisen konnte ist die Judengasse. Dieser Beitrag soll auf die Suche nach den Brunnen gehen, wo sie gestanden haben und wie sie vielleicht aussahen.
Unsere Reise beginnt dabei direkt am Judentor. Vor dem gegenüberliegenden Haus Judengasse Nr.11, indem heute sich der Netto-Supermarkt befindet, stand einst ein Ziehbrunnen, der vom Grundwasser gespeist wurde. Er wird erstmals im Jahre 1440 erwähnt. In seinem Brunnenverzeichnis vom Jahre 1700 weist der Chronist Hönn ebenfalls auf einen Brunnen direkt vor dem Judentor hin. Später wurde offenbar aus dem Ziehbrunnen ein Pumpbrunnen, denn bei dem Chronisten Karche, den wir bereits oben genannt haben, heißt es, dass die Hochwasser der Jahre 1760 und 1764 bis zu dem „Pumpenbrunnen bei dem Bäckerhaus am Judenturm“ reichten. Mit dem Bäckerhaus ist das Haus Nr. 11 gemeint. Der Brunnen wird letztmalig in den Annalen der Stadt Coburg im Jahre 1807 genannt. Laut Zeitzeugenberichten hat er allerdings noch am Anfang des 20. Jahrhunderts gestanden und lieferte für alle Anwohner noch reichlich Wasser. Erst die Einführung der Kanalisation um 1907, machte den Brunnen überflüssig und er wurde entfernt.
Ein weiterer Brunnen, der offenbar im Zuge der Trockenlegung des Stadtgrabens zwischen Judentor und Ernstplatz im Jahre 1825 entdeckt wurde, war der Viktoriabrunnen. Dieser befand sich an der Stadtmauer, unterhalb des Anwesens Metzgergasse Nr.2. Der Brunnen wurde mit Steinen gefasst, erhielt aber den Namen „Viktoriabrunnen“ erst nach einer Verschönerung im Jahre 1862. Mit der Namensgebung wollte man die britische Königin Viktoria ehren, die damals 14 Tage mit ihren Kindern in Coburg, der Heimatstadt ihres 1861 verstorbenen Ehemanns Albert, zu Besuch war.
Der Brunnen plätscherte noch bis über die Jahrhundertwende hinaus, versiegte aber nach dem Abriss des kleinen Judentores im Jahre 1899 allmählich und wurde schließlich wegen Gesundheitsschädlichkeit des Wassers zugemauert. Die kurze Straße vom Judentor zum Ernstplatz wurde erst im Jahre 1883 „Am Viktoriabrunnen“ getauft.
Ein weiterer Brunnen von dem wir nur die Existenz kennen befand sich vor dem Hause Judengasse Nr.28 (ehemals Papierwarengeschäft Steinert) im Einmündungsbereich Webergasse/Walkmühlgasse/Judengasse. Dieser Pumpbrunnen könnte auf den „Säumarkt“ zurückzuführen sein, der hier einige Jahre stattgefunden hat, bevor er in die untere Ketschengasse zog. Wann diese Anlage entfernt wurde ist noch unbekannt. Deshalb verlangt dies noch weitere Forschungen.
Die letzte Brunnenanlage, ebenfalls ein Pumpbrunnen in der Judengasse befand sich vor dem Wirtsgarten der Gaststätte Bauer. Auf einigen Abbildungen ist er noch deutlich erkennbar.

Der Pumpbrunnen vor dem ehemaligen Biergarten der Gaststätte Bauer (Fotosammlung Christian Boseckert)
Die ersten Pumpbrunnen kamen Anfang des 18. Jahrhunderts auf und ersetzten die Ziehbrunnen. Ursprünglich waren diese aus Holz. Erst ab 1880 waren die Pumpbrunnen ganz aus Eisen. Das Exemplar bei der Gaststätte Bauer musste 1948 dem wachsenden Verkehr weichen. Nur ein metallener Verschluss auf dem Bürgersteig vor dem Biergarten erinnert noch an seinen Standort.
So haben wir in einer nur kurzen Strecke bereits vier Brunnenanlagen kennen gelernt, die aber alle nicht mehr vorhanden. Wir dürfen uns dabei über diese Anzahl nicht wundern. Brunnen waren für das Überleben der Menschen wichtig, denn diese spendeten das kostbare Wasser. Ein Umstand den die „Wasserleitung-Generation“ heute nicht mehr nachvollziehen kann. Und so war es nicht ungewöhnlich, dass in einer Straße mehrere Brunnen existierten, siehe heute noch die Ketschengasse.
Text:
Christian Boseckert
Fotoquellen:
Bild 1: Am Viktoriabrunnen um 1900 (Fotosammlung Christian Boseckert)
Bild 2: Der Pumpbrunnen vor dem ehemaligen Biergarten der Gaststätte Bauer (Fotosammlung Christian Boseckert)
10. Coburger Brunnenmarkt
Gestern, Am 20.März 18:32 MEZ war kalendarischer Frühlingsanfang (meteorologisch war der Frühlingsanfang schon am 1.März – das hat wohl der Frühling irgendwie nicht mitbekommen). Das trifft sich diesmal sehr gut mit dem Coburger Brunnenmarkt 2010, der bereits zum 10.Mal stattfindet (gepaart mit dem verkaufsoffenen Sonntag und der Automeile). Das schöne Wetter lockte jede Menge Besucher in die Stadt.
Und hier sind ein paar Impressionen der wieder toll geschmückten Osterbrunnen 2010 (15 an der Zahl, gestaltet von den Coburger Schulen und anderen Einrichtungen, gesponsort von vielen Coburger Geschäftsleuten, mehr dazu >>> hier).
UPDATE:
Hirnlose Vandalen haben es geschafft: Durch die Verwüstung verschiedener Brunnen haben nun die ersten Schüler ihren Brunnen (Gerberbrunnen) abgeräumt. Mehr dazu >>> hier.
Die Brunnen vom letzten Jahr zum Vergleich sind >>> hier <<< zu finden.
Denkmalgeschützte Häuser – Die Bahnhofstraße Teil 2
Heute gibt es den zweiten Teil der denkmalgeschützten Häuser in der Bahnhofstrasse. Die Adresse des Bahnhofsplatzes gibt es offiziell seit 1995, vorher waren die Häuser zum Teil Bahnhofstrasse, teils Lossaustrasse. Deswegen sind auch die denkmalgeschützten Gebäude des Bahnhofsplatzes mit enthalten.
Bildquelle: alle Fotos © Christian Boseckert



