Der Mohrenkeller im Weichengereuth
Schon bald 20 Jahre ist es her, als mit der Einweihung der Frankenbrücke eines der wohl umstrittensten Bauprojekte der neueren Zeit in Coburg seinen Abschluss fand. Dem Bau fielen damals insgesamt 21 Häuser zum Opfer: Fünf am Marschberg, zwei in der Schlachthofstraße, eines in der Hutstraße und 13 im Weichengereuth!
Erbittert umkämpft waren vor allem die Jugendstil-Fassaden der Häuser im Weichengereuth. Vor allem einem Gebäude trauern die alten Coburger noch heute nach, nämlich dem sogenannten Mohrenkeller.
Diese Gastwirtschaft befand sich in einem Haus, dass gleich drei Grundstücke miteinander vereinte: Weichengereuth Nr. 1 sowie Marschberg Nr. 1 bis 3. Architekt dieses „Dreifach-Gebäudes“ war der Maurermeister Carl Bauer, der diesen Komplex im Jahre 1904 auf eigene Rechnung wahrscheinlich mit wenig Eigenkapital und erheblichen Krediten errichten ließ. Bauer, geboren am 13.Mai 1878 in Neustadt bei Coburg, betrieb, nachdem er mit dem Alter von 16 Jahren begann, die Baugewerkeschule zu besuchen, seit 1902 ein Baugeschäft in Coburg. Seine ersten Bauwerke stehen in der Hut und der Sandstraße (einfache Backsteinbauten). Mit 26 Jahren begann Bauer im Weichengereuth und am Marschberg Jugendstilvillen zu bauen.
Das Schicksal hatte es mit Bauer aber nicht gut gemeint. Weil er seine Villen nicht verkaufen konnte, mussten diese schon bald zwangsversteigert werden. Der Mohrenkeller-Komplex kam schließlich 1910 unter den Hammer und ging an drei Coburger Bürger. Da Bauer ausgerechnet die meisten seiner Jugendstilhäuser im Bereich Weichengereuth / Marschberg errichtete, fielen diese ausnahmslos dem Bau der Frankenbrücke zum Opfer.
Bauer, der bereits beim Bau des Hauses 1904 vorsorglich einen Antrag auf Genehmigung einer Bewirtschaftung stellte, sollte erst 1907 die Genehmigung für den Betrieb eines Hotels vom Magistrat erhalten. Der Betrieb wurde unter dem Namen “Wirtschaft und Cafe Bauer” geführt. Die wirtschaftliche Lage zwang Bauer, das Haus zu verkaufen. 1910 erwarb der Gastronom Christian Schneider das Haus und führte so das Lokal weiter. Bauer und seine Frau, die aus Theisenort bei Kronach stammte, verliessen Coburg 1913. Bauer verstarb 1954 in Kronach.
Die Gaststätte Mohrenkeller hatte zu damaligen Zeit einen schlechten Ruf und wurde für Militärpersonen verboten. Erst 1916 wurde diese Anordnung vom damaligen Stadtkommandanten aufgehoben.
Dem Gastronom Schneider folgte als Hauseigentümer der Restaurateur Johann Knorr nach, bis 1927 der Brauereibesitzer Gottlieb Stahn aus Meschenbach das Grundstück erwerben konnte. So floss auch hier der Meschenbacher Gerstensaft ab diesen Zeitpunkt in Strömen.
In den 50zigern war der Mohrenkeller ein sehr gutes Speiselokal, dessen Pächter später das Meschenbacher im Steinweg übernahm.
Im Jahre 1960 übernahm der im Coburger Land bekannte Diplom-Braumeister Friedrich Müller die Meschenbacher Brauerei. Für den Mohrenkeller konzipierte er eine neue Form der Gaststätte. Er machte aus dem allgemeinen Speiserestaurant eine Brathähnchenstation. Die Idee kam bei den Kunden sehr gut an. Noch lange Jahre konnte man hier seinen „Gummiadler“ bestellen und verzehren.
Anfang der 1970er Jahre traten allerdings verstärkt vor der Kreuzung am Mohrenkeller Verkehrsprobleme auf. Schuld daran war eine abknickende Vorfahrt mit langen Staus bei den untergeordneten Straßen sowie der Bahnübergang am Städtischen Schlachthof. Ferner plante man den Fernverkehr westlich an der Innenstadt vorbei zuleiten. Dies sollte nach Meinung des Coburger Stadtrates mittels einer vierspurigen Stadtautobahn geschehen, deren Verlauf über die Adamistraße und den Neuen Weg direkt zu der Kreuzung am Mohrenkeller führte. Die Bauarbeiten für dieses Projekt begannen 1974. Natürlich sollte die Stadtautobahn ins Weichengereuth weiter geführt und eine Entschärfung der sogenannten „Schlachthofkreuzung“ herbeigeführt werden. Dabei stand der Bauer´sche Häuserkomplex im Weg.
Ende März/Anfang April 1977 hatte schließlich das letzte Stündlein für den Mohrenkeller geschlagen. Als letzter Hauseigentümer wird im Adressbuch von 1977 die Bundesrepublik Deutschland angegeben. Ihr oblag seinerzeit der Ausbau der neu angelegten Bundesstraße 4.
Mit dem Abbruch des Mohrenkellers begannen seinerzeit die Umgestaltung in diesem Bereich. Die Nachbarhäuser im Weichengereuth und am Marschberg fielen schließlich ab 1989 der Abrissbirne zum Opfer. Deren Geschichte hier zu erwähnen, würde den Rahmen des Aufsatzes sprengen. Man sollte jedoch diesen Artikel nicht beenden, ohne noch auf die beiden anderen Teile Marschberg Nr. 1 und 3 des Bauer´schen Komplexes einzugehen.
Der Mittelbau Marschberg 1 kam 1910 in den Besitz von Schlossermeister Ernst Weidmann, welcher das Haus 1919 an den Kaufmann Albert Bores weiter veräußerte. Bores führte dort ein Lebensmittelgeschäft, das bis in die 1970er Jahre hinein unter den Namen „Hanft“ weiter existierte. Der dritte Gebäudeteil ging 1910 in den Besitz des Kaufmanns August Scheler über. 1911 eröffnete dort Hermann Gröckel eine Fleischerei, die später von der Familie Jahn geführt wurde. Später betrieb dort die Firma Großmann AG eine Filiale. Auch diese beiden Teile wurden 1977 abgerissen. Architektonisch war dies ein riesiger Verlust für die Coburger Baukultur. Größere Protestete gab seinerzeit aber kaum, denn der Jugendstil galt in den 1970er Jahren als „Kitsch-Architektur“ und genoss keinen großen Stellenwert. Erst nach der großen Abbruchserie des Jahres 1989 besann man sich der Bedeutung des Jugendstils wieder und lernte ihn wieder schätzen.
Text: Christian Boseckert, ergänzt von S.Peter
Bildquellen:
Bild 1: Der Mohrenkeller – Weichengereuth 1 um 1950, Archiv Heinz Schuler
Bild 2: Der Mohrenkeller – Weichengereuth 1 – kurz nach dessen Eröffnung um 1910
Bild 3: Der Kiosk vor dem Mohrenkeller, Bildquelle Archiv Heinz Schuler
Bild 4: Die beiden anderen Hausteile Marschberg 1 und 3 kurz vor deren Abriss 1977
Die Bilder 2 und 4 sind entnommen aus: Stadt verkehrt. Ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt in der 10. Jahrgangsstufe am Beispiel der Stadt Coburg (Heft 19/1997 der Lehrerzeitung “die untere anlage” am Gymnasium Albertinum)
Der Brunnen des Jahres 2010
Das Coburger Citymanagement hat am gestrigen Dienstag die Gewinner der diesjährigen Brunnenstraße gekürt. Im Beisein von Oberbürgermeister Norbert Kastner, vielen aktiven Schülern und Lehren und den beiden Preis-Sponsoren – Sparkasse Coburg und VR Bank Coburg. wurden Geldpreise und Teilnehmerurkunden im Gymnasium Albertinum vergeben. Musikalisch umrahmt wurde die Preisübergabe von Schülern des Gymnasiums Albertium.
Die schönsten Brunnendekorationen wurden auch in 10. Jubiläumsjahr von einer Brunnenmarkt-Jury bewertet. In der Jury vertreten waren neben dem Stadtmarketing unter anderem Tina Raab und Sabine Thiere-Pilarcyk aus dem Vorstand von Zentrum Coburg, Gerold Gebhard, Geschäftsführer der IHK zu Coburg, Vertreter der beiden Regionalbanken, Mitglieder aus dem Coburger Stadtrat und weitere engagierte Einzelhändler. „Die Entscheidung viel wie immer äußerst schwer, denn alle Beteiligten haben mit viel Liebe zum Detail gewerkelt und eine Auszeichnung verdient“, so Citymanagerin Annette Kolb.
Platz Eins geht in diesem Jahr an das Gymnasium Albertinum, dessen Schüler den Brunnen am Albertinum gekonnt in Szene setzten: zu sehen war eine Osterhasen-Musikergruppe, angeführt von Falko, der sich mittig an den Drums austobte. Begleitet wurde er von einem Flötisten, einem Gitarristen und dem Hasenchor. Umrahmt war der Brunnen von viel Grün, bunten Eiern und wehenden Fahnen. Ein tolles Gesamtbild für das Musikalische Gymnasium, das den beteiligten Schüler 500€ einbrachte!
Auf dem zweiten Platz landete die Mauritius-Schule aus Ahorn, die den Gerberbrunnen am Stadtcafé in ein kunterbuntes Fußballstadion verwandelte. Mit einer grazilen Giraffe, einem wilden Stroh-Löwen, Fußballspielern in landestypischen Trikots und einer Stadionumrandung stimmten Sie mit viel Liebe zum Detail auf die Fußball-WM in Südafrika ein. Da der Gerberbrunnen leider von Vandalen schlimm verwüstet wurde, haben die Schüler den Gerberbrunnen nach zwei Tagen komplett abgeräumt und sich diesen zweiten Preis im Wert von 300 Euro umso mehr verdient!
International zeigte sich der Brunnen an der Morizkirche. Dieser wurde von der Schule am Hofgarten dekoriert und hat Platz drei abgeräumt. Schüler und Lehrer beschäftigten sich mit länderspezifischen Oster-Rieten und zeigten sehr ausdrucksvoll, wie man in vielen europäischen Ländern Ostern feiert und welche Brauchtümer dabei eine Rolle spielen. In Finnland ist zum Beispiel das Schlagen mit Zweigen Brauch, was man neben einem Ostereier-Weitwurf vor Ort ausprobieren konnte. Dazu gab es neben vielen bunten Ostereiern auf großen Bannern noch „Frohe Ostern“ in vielen Sprachen zu lesen! Für diesen hohen Lernfaktor wurden die fleißigen Bastler mit 200 Euro belohnt!
Der Sonderpreis des Stadtmarketings ging an das Kinder- und Jugendzentrum Wüstenahorn, das sich in diesem Jahr das erste Mal beteiligte. Der Brunnen in der Ehrenburg war von vielen kleinen, großen und vor allem sportiven Osterhasen eingenommen. Egal ob mit dem Skateboard, dem Bobby-Car, dem Tretroller oder Dreirad, die Osterhasen zeigten sich äußerst sportlich. Die Sprüche auf den bunten Tafeln riefen den Frühling aus und spätestens das hat auch das Stadtmarketing überzeugt!
Die Plätze vier bis fünfzehn bekamen neben einer Teilnehmerurkunde eine kleine Spende in die Klassenkasse, „denn bei uns gibt es in diesem Jahr nur Gewinner“, so Oberbürgermeister Norbert Kastner.
Eines stand fest: Die Brunnenstraße 2011 soll es in jedem Fall wieder geben, allem Vandalismus zum Trotz! Und alle Brunnen gibt es noch einmal >>>hier.
Asche sorgt für klaren Himmel
Ungewohnte Ruhe in der Umgebung des Frankfurter Flughafens. Wird der Fluglärm geplagte Anwohner denn bei dieser Stille schlafen können? Was des einen Freud’, ist des Urlaubers Problem: wieviele Urlauber und Reisende derzeit auf Flughäfen, in fremden Städten oder Urlaubsorten wohl festsitzen bzw. wieviele Urlaube geplatzt sind? Wer muss denn den Asche-bedingten Ausfall bezahlen? Stellt sich die Frage, wie lange der Flugverkehr über Europa noch ruhen wird… Und die Kritik an der Sperrung des deutschen Luftraums wird lauter!
Haben vielleicht Leserinnen und Leser auch Reiseausfälle zu beklagen? Die Mietwagenbranche und die DB profitieren auf jeden Fall vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull. Pollenallergiker und Asthmatiker könnte die Asche zu schaffen machen. Und der Himmel? Der freut sich und zeigt uns schönes Wetter – der hat zur Zeit nämlich frei (wie übrigens auch die faz heute feststellte)!
Coburger Oberbürgermeister – Dr. Walter Langer
Als seinerzeit der dienstälteste Oberbürgermeister Bayerns, Dr. Walter Langer, am 30. April 1970 aus dem Amt schied, dankte ihm die Stadt mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes. Damit erfuhr er die höchste Ehrung der Stadt Coburg. Sie traf einen Mann, der wie kein anderer die Coburger Geschichte der Nachkriegsjahrzehnte gestaltete und ihr seinen Stempel aufdrückte.
Dr. Walter Langer wurde am 2. Oktober 1892 in Crimmitschau in Sachsen geboren. Nach dem Abitur am Leipziger Thomas-Gymnasium nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Im Jahre 1922 promovierte er zum Doktor der Rechte und wurde Rechtsanwalt. Diese Tätigkeit übte er bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 aus. Danach wurde er zur Reichsluftwaffe eingezogen wo er als Major im Jagdgeschwader Udet seinen Dienst tat.
Nach Kriegsende wurde Langers Heimat von der Roten Armee besetzt, sodass er sich genötigt sah mit seiner zweiten Frau Maria diese zu verlassen. Beide flohen nach Coburg, der Heimat seiner Frau (Maria Langer war die Tochter des bekannten Coburger Theatermalers Friedrich Lütkemeyer), wo er wieder als Rechtsanwalt arbeitete. In den bald einsetzenden Entnazifizierungsverfahren wurde er als Verteidiger rasch stadtbekannt. Über die Freie Demokratische Partei kam er in die Kommunalpolitik. Schon bald war Dr. Langer dort einer der einflussreichsten Politiker und so bestimmte ihn die FDP, bei der ersten Coburger Oberbürgermeisterwahl nach dem Kriege, im Mai 1948, zum OB-Kandidaten. Langer betonte vor der Wahl die oppositionelle, offenbar auch auf coburgisches Selbstbewusstsein gegenüber Bayern setzende Haltung der FDP. So sagte er in einer Wahlveranstaltung: „ Die Opposition ist der Spiegel der Demokratie. Die CSU wäre noch schwärzer, noch bayerischer, wenn sie nicht Rücksicht nehmen müsste auf die unbequeme Opposition der FDP…“. Mit dieser Kombination aus Liberalismus, Nationalismus und Lokalpatriotismus gewann Langer die OB-Wahlen gegen den bisherigen Amtsinhaber Ludwig Meyer von der SPD.
Er trat am 01. Juli 1948 sein neues Amt an. Dass zehn Tage zuvor durch die Währungsreform die DM eingeführt wurde, sollte für Walter Langer ein großer Vorteil sein. Endlich konnten die Probleme gelöst werden unter denen die Coburger besonders zu Leiden hatten. Das war vor allem immer noch das Flüchtlings- bzw. Wohnungsproblem. Langer versuchte das Problem damit zu lösen, die Bautätigkeit in Coburg zu fördern. Dazu gründete er die Coburger Wohnbaugesellschaft, die in den Folgejahrzehnten zahlreiche Stadtrandsiedlungen in allen Himmelsrichtungen anlegte.
Schon im Jahre 1951 konnten die ersten 51 Neubauwohnungen am Schießstand fertig gestellt werden. Damit begann eine rege Bautätigkeit in der Ära Langer, die erst mit der Fertigstellung des so genannten „Demo“ am Hörnleinsgrund Ende der 1960er Jahre, ihr Ende fand.
Ein anderes Problem seinerzeit war die Frage der Arbeitslosigkeit. Im Jahre 1951 lag die Erwerbslosenquote in Coburg bei 15,7%. Langers Ziel war es deshalb auch vermehrt Industrie in Coburg anzusiedeln, was aufgrund der geographischen Situation der Stadt an der deutsch-deutschen Grenze sich als zunehmend schwierig darstellte. Zwar wurde auch hier eine Industrieförderungsgesellschaft gegründet, doch kannte man den Weggang namhafter Unternehmen wie Zeiss-Opta oder dem Vogel-Verlag nicht verhindern. Langers Kritiker nahmen dies zum Anlass den OB als industriefeindlich darzustellen. Doch der Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre verhalf auch Coburg zu einer wesentlichen Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt.
Ein weiterer roter Faden, der sich durch die Amtszeit von Walter Langer sich zieht, ist der Bau von öffentlichen Gebäuden wie Kirchen, Verwaltungsgebäuden und Schulen gewesen. Mit der Bevölkerung wuchs auch die Schülerzahl und somit der Raumbedarf der Schulen. So wurden in den 1950er und 1960er Jahren zahlreiche neue Schulhäuser erbaut, und Vorhandene erweitert. Doch Langers „Lieblingsprojekt“ war jedoch der Bau eines Kongreßzentrums. Er wollte Coburg zu einer Kongressstadt machen und ging dabei nicht gerade zimperlich mit seinen Gegnern um, so dass er bald als „Adenauer von Coburg“ tituliert wurde. Trotz heftiger Proteste der Bevölkerung drückte er 1959 den Bau des Kongresshauses am Rosengarten durch den Coburger Stadtrat. Als das Gebäude 1962 eingeweiht wurde waren die Coburger eher schockiert als erfreut. Schon allein der Anblick des überdimensionierten Außenaufgangs zum hauseigenen Restaurant, der so genannten Elefantentreppe ließ die Leute nur so den Kopf schütteln. Das Kongresshaus blieb neben dem Wohngebiet Demo eines der umstrittensten Projekte die in der Ära Langer. Weitere Schwerpunkte in seiner Arbeit waren die Modernisierung und der Ausbau der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung, die Förderung der Kultur, des Sports und des Fremdenverkehrs. Auch wurde unter Walter Langer das erste Städtische Alten- und Pflegeheim in der Neustadter Straße eröffnet.
Langers Führungsstil war für heutige Begriffe sehr autoritär, was ihn den oben genannten Titel „Adenauer von Coburg“ einbrachte. Sein langjähriger Stellvertreter Dr. Paul Haubner sagte mal über ihn: „Wie steht er vor unser alle Augen? Unendlich fleißig, zielstrebig, vital, nimmermüde, pünktlich, gewandt, aber auch mutig, Draufgänger, geschickter Verhandlungspartner. Zäh und unnachgiebig, beweglich, vorzüglicher Redner, liebenswürdiger Gastgeber, hervorragender Vertreter und Repräsentant der Stadt Coburg.“ Es sei vielleicht noch zu erwähnen, dass er wohl der reichste OB in Deutschland war, da er in seinem Arbeitszimmer im Rathaus einen echten van Gogh hängen hatte, der nach dem Ende von Langers Amtszeit der Stiftung Pommern, zurückgegeben wurde. Das Bild war ursprünglich Teil der Stettiner Gemäldesammlung. 22 Jahre kämpfte Dr. Walter Langer dafür die Stadt Coburg aus dem Not und dem Elend herauszuführen und diese zu einer lebensbejahenden, lebensmutigen Stadt zu machen. Aus heutiger Sicht muss man sagen dass es ihm das gelungen ist. Mit 78 Jahren schied Walter Langer im Jahre 1970 aus dem Amt des Oberbürgermeisters. Doch mit dem Verlust der Macht holte ihn das Alter ein. Am 22. Juli 1977 starb Dr. Walter Langer im Alter von 84 Jahren in Coburg. Zu recht stand in seiner Todesanzeige: „Er hat Krankheit und Siechtum seiner letzten Monate ohne zu klagen hingenommen, willensstark und selbstlos, wie er das ganze Leben war.“
Text:
Christian Boseckert
Bildquellen:
Bild 1: Oberbürgermeister Dr. Walter Langer (Fotosammlung Christian Boseckert)
Bild 2: Langers erster Wohnsitz, die von-Horst-Villa in der Festungsstraße (Foto: Christian Boseckert 2007)
Will it blend?
Nicht schon wieder iPad! Fragt sich, ob das Geld nicht sinnvoller bei Brot für die Welt, UNICEF oder SOS Kinderdorf aufgehoben wäre….







