Re: Der braune Fleck
Die Blog-Kollegen von Vesteblick hatte wieder eine interessante Frage zum Thema Coburg >>>hier aufgeworfen. Am Eckhaus Mohrenstrasse/Webergasse, dem Haus Webergasse 35, erbaut 1893 von Johannes Köhler, vielen noch als “Stempel-Scheler”-Haus bekannt, fällt an der Fassade ein brauner Fleck auf, der für einen Teil dunkle Coburger Geschichte steht.
Zunächst zum Fleck selbst. An dieser Stelle war ein altes blaues Strassenschild befestigt. Heute sind diese ja weiß. Das alte blaue Hinweis-Schild “Zum Bahnhof” ist noch vorhanden und auf dem Bild oben links neben dem Fleck sichtbar.
Was hat das nun mit der dunklen Vergangenheit zu tun? Die Mohrenstrasse, der der Schutzpatron unserer Stadt, der heilige Mauritius, Namenspate stand, hatte zur NS-Zeit einen anderen Namen, der 1945 ausgelöscht wurde. Von dieser “Löschung” zeugt eben dieser braune Fleck (vielleicht wissen ja die Leserinnen und Leser, ob hier anschließend noch ein “Mohrenstrasse-Schild” hing).
Auch der namenslose Platz am Stadtcafe, auf dem der Gerberbrunnen steht, hieß zur Nazi-Zeit “Platz der alten Garde”. Im Volksmund wurde aber auch zu dieser Zeit diese Ecke nur der “Gräfsblock” (>>>hier gibt es weitere Infos) genannt.
Vielen Dank an Christian Boseckert vom coburg-magazin-forum, der uns stets mit interessanten Beiträgen über Coburg versorgt, für den Tipp mit den Strassenschildern.


das schild aus der ns-zeit “straße der sa” ist noch im coburger stadtarchiv zu sehen.