Häuser der Ketschenvorstadt, Teil 4

Ketschengasse 42
Das dreigeschossige Traufseithaus entstand in der Zeit um 1800 für den Webermeister Johann Anton Christoph Sturm. Die Familie, aus der auch der Gründer der gleichnamigen Brauerei entstammte, hatte den Altbau im Jahre 1793 erworben. Tatsächlich existierte hier im 19. Jahrhundert eine Weberei. 1903 kam das Grundstück in den Besitz der Familie Schramm, die dort ab 1907 ein Lebensmittelgeschäft (Nachfolger Backdie) betrieb. Im Garten des Hauses Richtung Goethestraße befanden sich die Werkstätten der Korbmöbelfabrik Jacob (später Viktoriastraße) und der Glaserei Carl (heute in der Mühlgasse). Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich in dem Gebäude das Geschäft „Fahrzeug-Schneider“. Im Zuge der Ketschengassen-Sanierung wird auch dieses Haus von Grund auf saniert.

Ketschengasse 44
Das zweigeschossige Traufseithaus mit korbbogiger Tordurchfahrt stammt aus der Zeit um 1600. Im Gebäude dürfte allerdings schon seit 1521 eine Hufschmiede bestanden haben. Hier befand sich auch die letzte Hufschmiede Coburgs, die vom Schmiedemeister Karl Schuhmann bis in die 1970er Jahre hinein betrieben wurde. Das Gebäude ist heute ein reines Wohnhaus.

Ketschengasse 46
1694 eröffnete Johann Christoph Sinnlau in dem Hause eine Gaststätte, welche den Namen „Zum Roten Ross“ trug. Wahrscheinlich war der Lokalität auch eine Metzgerei angeschlossen. 1708 wurde das Haus abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt worden. Ab 1736 betrieb der Hofmetzger Christoph Breithut dort nur noch eine Metzgerei, die sich über 200 Jahre halten konnte. Seit 1895 war sie im Besitz des Hofschlachters Emil Köhler – nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Geschäft an verschiedene Metzgermeister verpachtet (zuletzt Fleischerei Halaß). Derzeit ist noch ein Elektrogeschäft in dem Haus untergebracht.

Ketschengasse 48
Die Entstehungszeit dieses Gebäudes datiert die Bauforschung auf das Ende des 18. Jahrhunderts. Als Bauherr käme demnach der Schmiedemeister Johann Andreas Kolb in Betracht. Als Schmiede dürfte das Haus auch in den ersten Jahren benutzt worden sein. Der Laden entstand 1883 für den Schlossermeister und Hausbesitzer Andreas Schuhmann. Seitdem existierte in dem Gebäude auch eine Schlosserei, die schließlich von Ernst Weidmann weitergeführt wurde. Sie existierte bis in die 1970er Jahre hinein. Danach befand sich in dem Geschäft ein Getränkemarkt der Firma Krug aus Lützelbuch. Heute gehört das Grundstück der Stadt Coburg, welche die Räumlichkeiten an den Pfadfinderbund Weltenbummler e.V. vermietet hat.

Ketschengasse 50
Auch in diesem Gebäude existierte seit 1668 eine Hufschmiede, die aber bereits 1759 geschlossen wurde. Seine heutige Gestalt erhielt das Haus 1842. Es wurde für den damaligen Hausbesitzer, den Zimmermeister Ernst Resch, aufgestockt und modernisiert. Seit 1873 befindet sich in dem Gebäude eine Gaststätte. Erster Wirt war seinerzeit der Restaurateur Joseph Reichardt. Ihm folgte 1881 August Görauch nach, von dem Name des Lokals „Görauch´s Gaststätte“ stammte. Ab 1909 wurde die Restauration verpachtet. Heute heißt die Lokalität „bei Adam“ und ist bei Einheimischen sehr beliebt.

Ketschengasse 52
Das heutige Gebäude wurde 1842 im Auftrag von Johann Heinrich Eberhardt errichtet. Die Familie stammte aus Hildburghausen und erwarb das Grundstück im Jahre 1814 von der Rotgerberswitwe Lobenstein. Ab 1870 befand sich in dem Haus eine Gaststätte, die bis 1881 existierte. Danach erwarb der Kaufmann Ludwig Ungelenk das Anwesen und eröffnete dort ein Kolonialwarengeschäft. Dieses existierte bis Anfang der 1960er Jahre. Später konnte man hier das Trachtenstudio Ferschl finden. Heute hat hier der Bäcker Reißenweber eine Filiale.

Ketschengasse 54
Auch das Gebäude Ketschengasse 54 ist neuerem Datums. Es wurde 1863 im Auftrag des Fabrikanten Dr. Friedrich Carl Ortloff durch den Baumeister Wilhelm Streib im klassizistischen Stil errichtet. Aber schon vorher war das Areal mit einem zweistöckigen Haus bebaut. Das neue Gebäude diente von Anfang an als repräsentatives Wohnhaus. 1903 erbte Ortloffs Sohn Paul, von Beruf Major, das Anwesen. Er verkaufte es 1919 an Dr. med. Siegfried Krafft. Das Anwesen besitzt zur Casimirstraße hin einen Garten, der zur Zeit gut einzusehen ist.

Text:
Christian Boseckert

Bildquellen:
Ansichten der Häuser Ketschengasse 42 bis 54, nebst Gartenanlage Ketschengasse 54 (Fotos: Christian Boseckert, 2010)

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RadioEins für Oslo!

Morgen ist es soweit - Lena Meyer-Landrut wird Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo vertreten und auch wenn ich die Medienberichte über jeden Schritt, den Lena in Oslo macht, inzwischen nicht mehr sehen und hören kann, so finde ich die Aktion von RadioEins Coburg doch hörenswert. Denn das Team um Uli Noll, Thomas Apfel, Anja Hampel, Holger Wurst, Rico Böhme und Jasmin Kluge hat sich ins geheime Studio zurückgezogen, um den Sangeskünsten zu frönen und Lena gesanglich zu unterstützen! Um es mit Hans Rosenthals Worten auszudrücken: Sie sind der Meinung, das was SPITZE!
Das Ergebnis der begnadeten Sängerinnen und Sänger kann >>>hier angehört werden.

Viel Spaß! Und natürlich drücken auch wir  Lena die Daumen!

Link: RadioEins singt Satellite

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Warum ein Bleistift kein Bleistift ist

Die Gewinner des Wettbewerbs "Jugend Schreibt 2010"

Auf Einladung der Stadt Coburg und der Stadtbücherei unternahmen die Gewinner des Coburger Wettbewerbs „Jugend schreibt“ einen Ausflug nach Stein bei Nürnberg, wo sie die Bleistiftfabrik von Faber-Castell besichtigten. Die Schülerinnen und Schüler, die aus vielen Coburger Schulen kamen, erfuhren, wie Blei- und Buntstifte hergestellt werden. Pro Jahr pflanzt und fällt die Firma 2 Millionen Zedern, um täglich 500 000 Stifte herzustellen. Die Firma, die seit 1761 in Familienbesitz ist, über 700 Mitarbeiter beschäftigt und inzwischen auf allen Kontinenten der Welt produziert, stellt 850 verschiedene Stiftarten in 150 verschiedenen Farben her. Die jungen Schreibtalente waren sehr interessiert und begeistert von den Maschinen, die fast ohne menschliches Zutun die Stifte fabrizierten. Nach der Führung durch Herrn Manfred Fritz bekamen alle einen „perfekten Bleistift“ geschenkt. Übrigens: Im Bleistift ist kein Gramm Blei. Früher glaubte man, die Miene bestehe aus Blei. In Wirklichkeit müsste der Bleistift eigentlich Graphitstift heißen, denn die Miene besteht aus Graphit und Tonerde.

Im Anschluss daran lernten die Teilnehmer des Ausfluges bei einem zünftigen Mittagessen den Mundartdichter Helmut Haberkamm kennen, der von seiner Arbeit erzählte und  einige seiner Gedichte in fränkischer Mundart vorlas. Alle Gewinner des Wettbewerbs waren der Ansicht, dass der Ausflug ein voller Erfolg war, und traten zufrieden und voller neuer Eindrücke und Ideen die Heimreise nach Coburg an.

Marlene Klisa
Gymnasium Ernestinum

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Das Spitaltor

Das Spitaltor bis 1685 nach Emil Maurer, vom Steinweg gesehen. (Sammlung Christian Boseckert)

Eines von drei erhaltenen Coburger Stadttoren ist das Spitaltor, welches das innere Stadtzentrum nach Norden hin abgrenzte. Es war damit zugleich das Tor zur Steinwegvorstadt, die sich bis an die Heiligkreuzkirche erstreckte. Wie das Judentor gehörte auch das Spitaltor zum inneren Stadtmauerring. Die erste Erwähnung des Turmes erfolgte im Coburger Stadtbuch von 1393.
Schon damals hieß es „Spitaltor“, benannt nach dem in der Nähe liegenden St. Georgen-Spital, dass bereits im Jahre 1317 gegründet wurde. Über das Alter des Tores kann man indes nur Vermutungen anstellen. Aufgrund der Verwendung von romanischen Buckelquadern kann von einer Entstehungszeit im 13. oder 14. Jahrhundert ausgegangen werden. Sein Umfang beträgt 7,50 x 7,20 Meter mit einer Mauerstärke von 1,60 Metern. Die heutige Turmhöhe beträgt 21,5 Meter. Ursprünglich dürfte das Tor ein Spitzdach und Erker besessen haben.
Aber schon 1626 kann man auf dem sogenannten „Isselburg-Stich“ erkennen, dass das Spitaltor einen Fachwerkaufbau mit einem Satteldach besaß. Diese Darstellung zeigte auch der Maler Emil Maurer auf der hier veröffentlichten Zeichnung. Dieses Aussehen besaß das Spitaltor bis 1685. In der Nacht des 13. Juli des gleichen Jahres brach in der Turmstube des Tores ein Feuer aus, bei dem die gesamte Türmerfamilie (fünf Personen) ums Leben kam. Die Turmglocke stürzte glühend herab und blieb vor dem Hause Steinweg Nr. 2 (heute Bettengeschäft Gebers) liegen. Der Fachwerkaufbau wurde mit Kanonen oder Feldschlangen aus der Stahlhütte (heute steht dort das Landestheater) abgeschossen, da man nicht in der Lage war, das Feuer zu löschen. Diese Versuche brachten aber nichts. Der sechsgeschossige Turm brannte vollständig aus und auch das Uhrwerk wurde total zerstört. Umgehend begann aber der Wiederaufbau des Spitaltores im barocken Stil. In dieser Zeit entstand der achteckige Turmaufsatz, ein sogenanntes Oktogon, an dem zwei Zifferblätter für die Uhren angebracht wurde. 1688 installierte man die neue Turmglocke, welche aus der Gießerei am Glockenberg stammte. Die endgültige Fertigstellung des Turmes erfolgte im Jahre 1691.

Das Spitaltor um 1900 (Sammlung Christian Boseckert)

Das Spitaltor selbst besaß seinerzeit kein Vortor wie das Judentor, sondern einen überdachten Wehrgang Richtung Steinweg, der die Straße überquerte. Der Wehrgang war mit dem Häusern Steinweg Nr. 2 und 1 (1934 zugunsten des neuen Gräfsblocks abgerissen) verbunden mit bildete damit einen kleinen Zwinger. Vor dem Spitaltor, auf der Steinwegseite befand sich auch der Stadtgraben, der vom Stetzenbach gespeist wurde. Die Quelle dieses Stezenbaches findet sich heute noch im Pilgramsroth. Der Aufgang zum Turm erfolgte von alters her über die Stadtmauer. Nachdem diese nach und nach im Bereich des Spitaltores abgetragen wurde, konnte man über das Turmwächterhaus in das Stadttor gelangen. Dieses Turmwächterhaus existiert heute noch und ist an der sogenannten „Kleinen Mauer“ gelegen. Es beherbergt heute das Obst- und Gemüsegeschäft Wollandt. Vom ersten Stock dieses Hauses gelangt man in den Turm hinein.

Das Spitaltor heute (Foto Christian Boseckert, 2009)

Heute besitzt das Spitaltor neben seinem eigentlichen Durchgang noch zwei Fußgängerdurchlässe, und einen zweiten Durchgang für den Straßenverkehr. Im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Gräfsblocks wurde dies 1937 angelegt. In den folgenden Jahren erfuhr das Spitaltor immer wieder Sanierungen, so dass es immer noch strahlend auf die Einkaufsstraßen „Spitalgasse“ und „Steinweg“ herunter schauen kann.

Text:
Christian Boseckert

Bildquellen:
Bild 1: Das Spitaltor bis 1685 nach Emil Maurer, vom Steinweg gesehen. (Sammlung Christian Boseckert)
Bild 2: Das Spitaltor um 1900 (Sammlung Christian Boseckert)
Bild 3: Das Spitaltor heute (Foto Christian Boseckert, 2009)

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Macbook Wheel – Alternative zum iPad?

Nachdem das iPad ja in Deutschland noch auf sich warten läßt, hat Apple sich was Neues einfallen lassen.

Viel Spaß ;)

P.S.: Nicht alles so ernst nehmen……

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