Des wä’d fei kalt!
Das Ende des Novembers stimmt auf den bevorstehenden Winter ein. Hoffentlich haben die Leserinnen und Leser Holz, Öl oder sonstigen Brennvorrat zum Heizen in genügenden Mengen vorrätig.
Der heutige Tag hat mal wieder gezeigt, dass auf den Strassen beim ersten Schnee immer Chaos ausbricht, auch wenn das schon Tage zuvor bekannt ist.
Wie ist es denn den Leserinnen und Lesern heute ergangen? Wo gab es Probleme und wo gab es vielleicht sogar Lob für den Räumdienst?
Weihnachtsmarkt aktuell
Der Aufbau des Weihnachtsmarktes liegt in den letzten Zügen, heute abend um 17 Uhr ist tradionell die Eröffnung durch das Christkind. Pünktlich dazu hat es nicht nur zu schneien begonnen, es gibt es auch eine neue Präsenz im Internetz: >> Coburger Weihnachtsland <<<
Dort findet man alles rund um Weihnachtsaktivitäten in und um Coburg.
Und am 29.11. wird ein Team von Sat1Bayern auf dem Coburger Weihnachtsmarkt drehen. Ausgestrahlt wird das Ergebnis des Drehs am gleichen Tag um 17:30 Uhr im regionalen Kanal von Sat1. Übrigens, Sat1Bayern ist über Kabel und Satellit empfangbar. Näheres gibt es >>>hier.
Hier nochmal die Links:
www.coburger-weihnachtsland.de
www.sat1bayern.de
Ist am 31.12. wirklich Schluß?
Offiziell endet die Ausnahmebewilligung des Instrumentenflugbetriebes auf der Brandensteinsebene zum 31.12.2010. Was wird passieren, sollte die Ausnahmebewilligung nicht doch noch in letzter Sekunde verlängert werden? Wo starten und landen dann die vielen Coburger Geschäftsleute? Wieviele sind es denn eigentlich, die so täglich das Angebot des Instrumentenflugbetriebs nutzen? Wie wird ein neuer Flugplatz bei den schmalen Kassen finanziert?
Es gäbe noch viele weitere Fragen – vielleicht diskutieren die Leserinnen und Leser in den Kommentaren weiter…
Blätterrauschen
Sinkende Einnahmen, steigende Kosten, Haushaltsdefizit – Coburg muss sparen! Das stellte auch Oberbürgermeister Norbert Kastner auf der Jahreshauptversammlung der SPD fest (Bericht >>>klick<<<). Auch der Stadtrat solle das zur Verfügung stehende Geld “zielgerichtet” und “vernünftig” ausgeben, so Kastner.
Und genau das hat der Stadtrat in der Woche zuvor auch gleich mal getan und 23 illuminierte Hocker Modell “Blätterrauschen” für den neugestalteten Albertsplatz (Baustelle siehe oben) in Wert von 59.000 Euro bestellt (Bericht >>>klick<<<). Prima ist, dass es viel teurer hätte kommen können. Es waren 103.000 Euro zur Ausgabe freigegeben (Achtung! Ironie!).
Sicher, die Kosten der Sitzmöbel sind im Vergleich zu den Kosten der Neugestaltung nur ein Tropfen auf dem sprichwörtlich heißen Stein, aber wie sagt der Volksmund so schön: “Kleinvieh macht auch Mist!”
So schafft man es sicher wieder in das Schwarzbuch “Die öffentliche Verschwendung”, herausgegeben vom Bund der Steuerzahler.
An die Leserinnen und Leser: wo sollte der Stadtrat den Rotstift ansetzen und wo nicht?
Ein Einbruch ins Herzogliche Mausoleum im Coburger Hofgarten
Der Hofgarten und sein Mausoleum sind gegenwärtig im Besitz der Stadt Coburg. Diese ist laut Vertrag von 1919 für ihre Erhaltung verpflichtet. Der Bausenat der Stadt hatte deshalb am 18. Mai 1983 einer Sanierung des Herzoglichen Mausoleums im Hofgarten zugestimmt, welche dann im Jahr darauf gründlich durchgeführt wurde.
Darauf soll aber hier nicht eingegangen werden. Jedoch sind einige geschichtliche Daten und Hinweise erforderlich, die das Fürstenpaar, welches dort begraben liegt, betreffen.

Das Herzogs-Paar Franz Friedrich Anton und Auguste Caroline Sophie (aus Bachmann/Aumann: Coburg und Europa (Schriftenreihe der Historischen Gesellschaft 11, Coburg 1997)
Das Mausoleum, dessen Architekt leider bis heute noch nicht festgestellt werden konnte, ließ Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha in den Jahren 1816 und 1817 seinen Eltern Franz Friedrich Anton (gestorben 1806) und Auguste Caroline Sophie (gestorben 1831) errichten. Dieses Herzogspaar hatte vier Söhne und fünf Töchter, von denen allerdings ein Sohn und eine Tochter im Kindesalter verstorben sind. Durch eine geschickte Heiratspolitik des Herzogshauses entstanden Verbindungen zu fast allen Königshäusern Europas.
Am 9. Dezember 1817 wurde Franz Friedrich Anton und im November 1831 seine Gemahlin Auguste Caroline Sophie im Mausoleum beigesetzt. Aber schon neun Monate nach dem letzten Begräbnis, in der Nacht vom Samstag, den 18. August zum Sonntag, dem 19. August 1832, wurde die Gruft durch einen Einbruch geschändet. Ein morgendlicher Spaziergänger hörte laute Hilferufe aus dem Inneren des Mausoleums. Er stellte fest, dass die eiserne Gittertüre des Eingangs geschlossen, aber die Falltüre zur eigentlichen Gruft gewaltsam geöffnet war. Der Spaziergänger vermutete sofort, dass ein Mensch in böswilliger Absicht in die unterirdische Gruft eingebrochen war und sich aus seiner unheimlichen Lage nicht mehr befreien konnte. Kurzentschlossen eilte er zur Polizei, die den Einbrecher aus seinem grauenvollen Gefängnis herausholte, seine Personalien feststellte und ihn eingehend verhörte.
Der Einbrecher war der Schlossergeselle Andreas Stubenrauch aus Hofheim in Unterfranken. Dieser hatte sich am Samstagabend in verschiedenen Wirtshäusern Mut angetrunken, sich dann mit dem notwendigen Einbrecherwerkzeug versehen und dabei auch nicht Feuerzeug und Talglichter vergessen. Man musste zu jener Zeit noch mit Stahl, Feuerstein und Zündschwamm Licht machen. Der Weg zum Hofgartenmausoleum war damals nicht so bequem wie heutzutage. Die Arkaden mit den Treppenaufgängen und der Weg, der an der Reithalle vorbeiführt, waren noch nicht gebaut. An der Stelle des jetzigen mittleren und oberen Hofgartens lagen seinerzeit noch Privatgärten. Man konnte deshalb nur von der Festungsstraße, vorbei an den Zäunen verschiedener Gärten, zum Mausoleum gelangen.
Doch zurück zum Thema. In der Dämmerung schlich sich Stubenrauch zum Hofgarten-Mausoleum. Das Schloss der eisernen Gittertür konnte er mit seinen Schlüsseln und Dietrichen nicht öffnen. Die Stäbe des Gitters ließen aber oben so viel Platz, dass er hindurch kriechen konnte. Innen boten ihm die starken Eichenbohlen der Falltüre ein so starkes Hindernis, das er nur mit einem Brecheisen zu überwinden vermochte. Beim Schein des Talglichtes erblickte er in einer Tiefe von drei Metern die beiden Särge. Aber eine Treppe führte nicht hinab. Der Einbrecher glaubte sich helfen zu können. Er holte sich aus einem benachbarten Garten einen Pfahl. Beim Versuch, daran hinab zu gleiten, stürzte er in die Gruft. Es war ihm sofort klar, dass er mit Hilfe des etwas zu kurzen Pfahles nicht mehr heraus steigen konnte. Umgeben von den Schauern der Verwesung musste er die Nacht in der Gruft zubringen. Er gab aber seinen teuflischen Plan nicht auf und machte sich daran, den Sarg der Herzogin zu öffnen, den er im Schein seines Talglichtes von dem älteren Sarg des Herzogs unterscheiden konnte. Große Schwierigkeiten bereitete ihm das Öffnen des Sargdeckels. Es gelang ihm nur, diesen etwas zu heben. Aber was er gesucht hatte, fand er nicht. Die Leiche der Herzogin war nur mit einem schwarzen Samtkleid ohne jeglichen Schmuck bekleidet. Die grauenhafte Arbeit war umsonst gewesen. Schon der nächtliche Aufenthalt war für Stubenrauch eine Strafe. Man erzählte sich später in Coburg, dass das Haar des Einbrechers in der Schreckensnacht völlig ergraut wäre.
Stubenrauch, auf frischer Tat ertappt, legte ein offenes Geständnis ab und wurde 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung war er wiederholt straffällig. Im Jahre 1854 fand man in einem Waldstück bei Hofheim seine Leiche. Ein leerer Geldbeutel und eine leere Schnapsflasche waren seine ganze Habe. Er hatte sich selbst gerichtet. Der Gruftschänder endete als Selbstmörder. Damit war die Geschichte des ersten Einbruchs in das Herzogliche Mausoleums zu Ende gegangen. Doch 120 Jahre später, sollte sich dies noch einmal wiederholen, doch dass ist eine andere Geschichte.
Text: Christian Boseckert
Bildquellen:
Bild 1: Das Herzogliche Mausoleum im Hofgarten (Foto © S.Peter)
Bild 2: Das Herzogs-Paar Franz Friedrich Anton und Auguste Caroline Sophie (aus Bachmann/Aumann: Coburg und Europa (Schriftenreihe der Historischen Gesellschaft 11, Coburg 1997)
Bild 3: Das eiserne Tor des Mausoleum (Foto © S.Peter)






