Blitzlicht: “Der Gurkenmann”

Der Gurken-Alex-Brunnen in der Herrngasse (Foto: Christian Boseckert, 2010)

Die Osterbrunnen sind geschmückt und ein Favorit ist der “königliche Gurken-Alex”, auch bei den Blogkollegen vom Vesteblick (>>> klick ). Und da erreicht uns eine Mail von Joachim Kortner, Autor des Buches “Raststrasse” mit einem Textauszug über den Gurkenmann (wir berichteten bereits >>> hier ), den wir dankenswerterweise abdrucken dürfen. Das Coburger Original wird im folgenden Absatz aus der Erlebnisperspektive eines Zehnjährigen vortrefflich beschrieben:

“Ein Männchen, nicht größer als Jakob, steht da an der Ecke zur Löwenstraße. Vor sich ein kleines Holzfass. Salzgurken verkauft er. Dicke Brillengläser spiegeln seine Augen fast weg. Wunde Stellen und kleine Grinde am hageren Faltenhals. Um den Kragen aus kariertem Flanell die Krawatte fest gezurrt. Mit dem Wasserkamm hat er das schüttere Haar an den Schädel geklebt. Die Holzzange taucht er ein, holt eine Gurke aus der Lake, lässt sie mit kurzem Schütteln noch einmal abtropfen und reicht sie den Kunden.
Gleich ist Jakob an der Reihe. Den verschwitzten Groschen hält er bereit. Hinter ihm eine Stimme. Halblaut. So eine Flüchtlingssprache. Sagt, dass sie den Zwerg vergessen haben. Jakob dreht sich um. Zwei Männer. Beide schauen auf den Gurkenmann. Und dann etwas leiser: zu vergasen.
Einen der beiden kennt er aus dem Sonntagsgottesdienst in Sankt Augustin. Der Gurkenmann tippt Jakob an die Schulter. Er ist dran.

Vergasen – was das eigentlich ist, will er zu Hause von der Mutter wissen. Die blickt kurz zum Vater. Das bedeute eigentlich nichts Besonderes. Das sage man einfach bloß so. Man könne sagen, dass man die Vokabeln gelernt hat bis zur Vergasung und trotzdem bloß eine Drei gekriegt hat.
Ach so.”
aus Joachim Kortner, Raststraße, 2008

Übrigens, das Buch ist im lokalen Buchhandel oder online (z.B. hier) erhältlich. Wir haben es bereits gelesen und können es nur empfehlen.

Noch etwas in eigener Sache: hat vielleicht noch eine Leserin oder ein Leser Foto-Aufnahmen vom Gurken-Alex? Vielleicht von seinem Auftritt im Landestheater? Falls ja, bitte einfach eine e-Mail (z.B. über den Kontakt schicken).

Blitzlicht: im März vor 50 Jahren

Fotomontage einer Tiefgarageneinfahrt am Schloßplatz, © S.Peter

Wie sich die Bilder (oder sollte man besser sagen Themen) doch gleichen: im März vor 50 Jahren, also 1961, berät der Coburger Stadtrat über einen Parkplatz unter dem Schloßplatz. Übrigens, auch die Baugenehmigung des Kongreßhauses stammt vom März 1961.

Blitzlicht: Hochwasser 3.1.2003

Nachdem nun die Hochwassergefahr zunächst gebannt und der Winter mit Schnee und Frost zurück ist, haben uns noch ein paar Hochwasser-Fotos erreicht: vom Hochwasser am 3.Januar 2003.
Vielen Dank an Christian von Christian’s Hobby Blog.

Fotoquelle: alles Fotos © Christian Häussler

Blitzlicht: Hochwasser 6.1.1982

Hochwasser 6.1.1982 - Callenberger Unterführung, Foto © Georg

Coburg war schon immer gerade bei anhaltenden Regenfällen und/oder starker Schneeschmelze von Hochwasser betroffen. So auch im Januar 1982.

Hochwasser 6.1.1982, Heuweg Richtung Callenberger Str., Foto © Georg

Am 6.Januar 1982 erreicht der Pegel der Itz 4,10 Meter und es muss Katastrophenalarm ausgelöst werden. Der Bau des Schönstädtspeichers wird vom damaligen oberfränkischen Regierungspräsident Wolfgang Winkler befürwortet. Der damalige OB Karl-Heinz Höhn geht noch einen Schritt weiter und fordert zusätzliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz: den Bau des Goldbergsees.

Hochwasser 6.1.1982, Foto © Georg

Die Fotos wurden mir dankenswerter Weise von Georg zugeschickt, vielen Dank dafür.

Hochwasser 6.1.1982, Raststraße Richtung Bahnhofstraße, Foto © Georg

Quellenangabe:
Alle Fotos © Georg

Blitzlicht: Datenklo

Ein Fund aus der Vergangenheit, Foto: © S.Peter

Was einem beim Aufräumen nicht so alles in die Hände fällt. Da habe ich doch noch eine Original-Ausgabe der Hackbibel von 1985 im Schrank entdeckt. Der Chaos-Computer-Club (>>>CCC) brachte in dieser Blattsammlung ein Sammelsurium aus Dokumenten, Geschichten und Anleitungen aus der Hacker-Szene und des Magazins des CCC, der Datenschleuder  (die es auch heute noch gibt >>>klick) heraus. U.a. konnte dort das sogenannte Datenklo, ein Akkustik-Koppler nachgebaut werden. Und dieses Datenklo konnte die wahnsinnige Geschwindigkeit von 300 – 1200 Baud zum BTX-Surfen (konnte man das damals so nennen? 1200 Baud entsprechen ca. 0,15 KB/s!) leisten.

Zitat:
“Die folgende Bauanleitung stellt aufgrund des hochintegrierten Chips AM7910 (von AMD) eine nachbausichere, vielseitig und realtiv preisgünstige (ca. 300 DM) Lösung dar.”

(Für alle Spät-Geborenen: früher gab es noch das Post-Monopol mit der berüchtigten FFZ-Nummer, ohne die ein Akkustik-Koppler bzw. ein Moden nicht betrieben werden durfte – Selbstbau ging natürlich gar nicht!) .

Es erschienen zwei Ausgaben der Hackbibel, die beide online  verfügbar sind:

Wer von den Leserinnen und Leser kann sich denn an diese Zeit erinnern und hat vielleicht selbst noch Erlebnisse zu berichten?

Blitzlicht: Vor 25 Jahren auf Platz 1

Wer kennt es nicht, das Lied “Do They Know It’s Christmas” von dem legendären Band-Projekt Band-Aid um Bob Geldorf und Midge Ure, dem viele internationale Popstars angehörten. Heute genau vor 25 Jahren war dieser Song das erste Mal auf Platz 1 der britischen Single-Charts mit dem Ziel, Geld für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. Dem Song folgte 1985 das Benefiz-Konzert Live-Aid, nach dessen Vorbild später weitere Konzerte veranstaltet wurden.
Allein in Deutschland war die Single 12 Wochen in den Charts. Können sich die Leserinnen und Leser noch erinnern?