Franken SOKO und der Nikolaus
Polizeiabsperrband! – „Imma am Band bleihm und dem Band folchn!“ – Über den Hof, in den Keller, vorbei an den Arrestzellen – „Da liechd doch ähna!“ – Endlich wieder Stufen nach oben – Angekommen – im Konferenzraum der Polizeiinspektion Coburg! Musik von den Stones…
In dieser Kulisse stellte Volker Backert sein Krimi-Debüt „Das Haus vom Nikolaus“ vor - ein authentischer, gut recherchierter Franken-Krimi, härter, schneller, schwärzer! Krimiherz, was willst du mehr?! Und Volker Backert liest, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte, zieht das zahlreiche Publikum in seinen Bann.
Der taffe Coburger Kommissar Charly Herrmann wird bei seinem ersten großen Fall richtig gefordert: der Serienkiller „Nik the Ripper“ legt eine Blutspur quer durch Franken. Dabei führt Volker Backert seine Leser teils mit drastischen Gewaltszenen an die menschlichen Abgründe und bietet jeden Menge Hochspannung („Jetzt lese ich zwei Gewaltszenen, wegen dieser ich das Buch zu Hause vor meinen Kindern wegschliesse!“)
Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und neben Volker Backert sorgten „Gastgeber“ Polizei-Pressesprecher Markus Reißenberger und Veranstalterin Irmard Clausen von der Buchhandlung Riemann für entsprechende Unterhaltung.
Für das Buch gibt es eine ganz klare Kauf- und Lese-Empfehlung. „Das Haus vom Nikolaus“ von Volker Backert ist im emons-Verlag erschienen und im lokalen Buchhandel oder auch im Internetz erhältlich.
Und für alle, die das Buch bereits gelesen haben – ein zweiter Krimi ist lt. Volker Backert bereits in Arbeit – wieder mit Kommissar Charly Herrmann.
Buchtipp: Franken-Thriller auf dem afrikanischen Kontinent

Nigeria-Connection von Peter M.Roese
“Welch eine Umstellung, aus der großen, weiten Welt in die Enge des Dorfes am Rande der Fränkischen Schweiz zurückzukehren. Noch geht hier alles recht geruhsam zu. Nebenan pflügt der Hauser Sepp sein Feld mit dem Gaul. Majestätisch schreitet ein Storch hinter dem Bauersmann und seinem Pferd her und pickt leckere Würmer aus der braunen Erde der frisch gezogenen Furche. Das sind so Momentaufnahmen, die es bald nicht mehr geben wird, das ist unwiederbringlich Vergangenheit, genauso, wie der Anblick jener Güterzüge, vor die zwei Dampflokomotiven gespannt sind, und die Grubenholz aus der Tschechoslowakei ins Ruhrgebiet transportieren. Der ganze Bauerberg ist dann in Dampf und Rauch gehüllt, wenn die schwarzen Eisenrosse zischend vorbeibrausen. Sowohl das Ende der Dampflokomotivenära als auch des Kohlebergbaues im großen Stil zeichnen sich bereits ab.
Über allem thront seit Jahrhunderten unerschütterlich die Burg Veldenstein. Dem noch gut erhaltenen Gemäuer haftet ein etwas zwiespältiger Ruf an, denn es gelangte während der Nazizeit in die Hände des Reichsluftmarschalls Hermann Göring, alias Maier, der dort seine Jugend verbracht hatte.”
Fast ein ganzes Kapitel des Buches “Nigeria Connection” von Peter M. Roese spielt im Pegnitztal, in dem Dorf “… im Schatten der Burg Veldenstein …”.
Peter M. Roese, 1944 in Erlangen geboren, heute Wahl-Lautertaler (aber Achtung – Lautertal im Odenwald) hatte Glück, denn zahlreiche geschäftliche und private Reisen führten den Techniker buchstäblich rund um den Globus. In Nigeria und im Iran hat er einige Jahre gelebt und gearbeitet. Ein gespitzter Bleistift lag immer bereit …
Wen wundert es da, dass Roese sich nach seiner krankheitsbedingten Frühpensionierung der Schriftstellerei zuwandte.
Liebhaberinnen und Liebhaber exotischer Geheimdienst-Thriller kommen bei der Lektüre von “Nigeria Connection” voll auf ihre Kosten. Neben einer spannenden Handlung gibt es viel afrikanische Folklore. Zauberpriester, amouröse Abenteuer mit braunen Mädels, der wunderliche afrikanische Arbeitsalltag, das Chaos auf den Schlaglochpisten, eine Elefantenpirsch im Urwald runden das Bild ab. Nicht nur Nigeria, sondern auch die Benin Republic (früher Dahomé), Kamerun und Kenia sind Handlungsschauplätze. An Hinweisen auf die Heimat Franken fehlt es natürlich auch nicht …
mehrOstseekrimi

Anke Clausen: Ostseegrab
Bisher habe ich ja nur fränkische Krimis vorgestellt, heute ist mal ein Ostseekrimi an der Reihe: “Ostseegrab” von Anke Clausen, einer Hamburgerin, die gerne ihrem Hobby, dem Kiten auf Fehmarn am Wochenende nachgeht. Hier scheint ihr auch die Idee gekommen zu sein, einen Krimi auf der Ostseeinsel Fehmarn spielen zu lassen (zufällig sind wir auch gerade hier und haben uns den Krimi vor Ort zugelegt).
“Saint Tropez? Oder Shopping in New York?” “Viel exotischer.” Sie grinste. “Die eiskalte Ostsee! Fehmarn!” so beginnt der Krimi um die Klatschreporterin Sophie Sturm aus Hamburg, bei dem bereits auf Seite 3 das erste Opfer ins Wasser beisst (oder so ähnlich).
Erschienen ist der Krimi im Gmeiner Verlag.
Coburg-Life wünscht viel Spaß beim Lesen.
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