Das Coburger Vogelschiessen 2010
Der Schützenkönig ist gekürt (NP berichtet >>>hier), das letzte Fässla ausgetrunken, der Eklat schon fast wieder vergessen (Austritt des OBs aus der SGC – >>>klick) und der Herbst hält so langsam Einzug – das Coburger Vogelschiessen 2010 ist beendet. Und nachträglich gibt es noch ein paar wenige Impressionen hier zu sehen.
Haben die Leserinnen und Leser noch erwähnenswerte Erlebnisse vom Vogelschiessen?
mehrMüllentsorgung am Stadtrand
Ich gebe es ja zu: mir graust es jedesmal, wenn ich zum Wertstoffhof in die Bamberger Straße muß. Zu den Zeiten, zu denen ich Zeit habe, kommen auch andere auf die Idee, Grüngut, Altpapier und andere ausrangierte Sachen ordnungsgemäß zu entsorgen. Das zeigt sich dann nicht nur in der Wartezeit, bis man endlich in den Hof hinein darf, sondern auch an den manchmal etwas gewöhnungsbedürftigen Parkgewohnheiten mancher Mitmenschen.
Das soll nun künftig alles besser werden. Wie die NP berichtete (>>> Klick), entsteht neben dem Naturschutzgebiet Glender Wiesen der neue Wertstoffhof in einer beeindruckenden Größe für 1,5 Mio Euro.
Da wird wohl der Grüngutabholdienst für die Stadtteile Beiersdorf, Neues und Bertelsdorf der Vergangenheit angehören und sich wieder jeder einzeln in sein Auto setzen…
Wie stehen die Leserinnen und Leser zum Thema Müllentsorgung?
mehrEin scharfes Eck
Verkehrsprobleme hat es durch die Jahrhunderte schon immer gegeben und sind nicht erst in der Neuzeit durch den Autoverkehr entstanden. Nein, schon früher als man mit Pferden und Kutschen sich fortbewegte hat es diese Art von Problemen gegeben. Eines dieser Verkehrsprobleme was vor 130 Jahren Coburg erregte und schon längst gelöst wurde, soll heute das Thema sein. Es geht um die Kreuzung Judengasse/Viktoriastraße/Löwenstraße. Heute ist sie ein Bestandteil der so genannten Westtangente und eine der verkehrsreichsten Kreuzungen Coburgs. Im 19. Jahrhundert befand sich hier eine der gefährlichsten Engstellen der Stadt. Wie eng es dort zuging, zeigt eines der hier veröffentlichten Bilder.
An der Stelle der heutigen Löwenapotheke stand ein einfaches Wohnhaus das weit in die Viktoriastraße hineinragte. Diese war einst sehr schmal und bei trockenem Wetter sehr staubig und nach einem Regenguss eine Moraststraße. Das Haus welches in die Viktoriastraße hineinragte, war ein schmuckloses breit dahingelagertes Gebäude, als dessen einzige Zierde man die angemalte Firma “P. Eichmüllers + Sanitäts-Bazar” ansehen konnte. Um 1903 wurde der Bau abgerissen und Peter Eichmüller verlegte sein Sanitäts- und Parfümeriegeschäft in das Haus Judengasse 54, welches ebenfalls auf dem Foto zu sehen ist und dort bis 1955 existierte.
Wie gefährlich diese Engstelle war, ist auch recht gut zu erkennen, vor allem wenn man von der Judenbrücke in die Viktoriastraße einbiegen wollte. So kam es in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts zu einem “folgenschweren Unfall”, der sich bis heute in das Gedächtnis der Coburger eingeprägt hat und in den Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha verwickelt war.
Dieser wollte man einem Vierergespann von der Viktoriastraße in Richtung Judenbrücke fahren, streifte dabei das Haus. Der Herzog, ein volkstümlicher Monarch der die Sprache der einfachen Leute sprach, erregte sich über dieses Malheur so sehr, dass er laut forderte man möge dieses “Scheißhaus” abreißen. Seither hatte dieses Gebäude diesen Spitznamen, sehr zum Leidwesen des damaligen Hausbesitzers dem Buchdruckermeister Bastel und weil er sich selbst zu den höher stehenden Bürgern Coburgs zählte (im Volksmund hieß er Graf Lytho) fühlte er sich durch den Kraftausdruck des Herzogs besonders gekränkt. Nun beide haben den Abriss des Hauses nicht mehr erlebt. 1904 errichte hier der Architekt Otto Leheis ein neues Jugendstilhaus, welches es zusammen mit dem Hause Judengasse 54 und dem Portikusbau des Ernst-Alexandrinenbades noch heute ein schönes Jugendstilensemble bildet.
Durch diesen Neubau konnte nun die Viktoriastraße verbreitert werden, wozu auch der Biergarten der Gaststätte Bauer (Judengasse 39) beitrug, der um ein Stück verkleinert wurde. Wie sehr diese Veränderung nötig war, kann man heute täglich sehen. Unfälle konnten jedoch durch diese Maßnahme nicht verhindert werden. So kam es zuletzt dort 1996 zu einem tödlichen Unfall, wobei ein Motorradfahrer von einem Auto überfahren wurde und starb.
Vieles hat sich an dieser Kreuzung in den letzten hundert geändert. Häuser sind abgerissen und wieder aufgebaut worden. Zusätzlich wurde hier 1978 eine Verbindung zur Lossaustraße gebaut die die Umgebung maßgeblich veränderte. Möge man die verbliebenen alten Gebäude erhalten und sie nicht dem Verkehr opfern.
Text: Christian Boseckert
Bildquellen 1
Bild 1: Die Ecke Viktoriastraße/Judengasse um 1900 (Sammlung: Historische Gesellschaft Coburg)
Bild 2: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha (Foto: Eduard Uhlenhuth, Sammlung Boseckert)
Bild 3: Die Kreuzung heute (Foto: Christian Boseckert, 2010)
Einmal Durchweisseln, bitte
So, nun ist es endlich geschafft. Nach langem Hin und Her erscheint nun coburg-life.de in einem neuen, hoffentlich frischen Design. Das ein oder andere Detail wird sicherlich noch angepasst, aber das Theme sollte nun mal grundlegend so bleiben.
Was meint Ihr so zum neuen Look & Feel?
mehrFranken SOKO und der Nikolaus
Polizeiabsperrband! – „Imma am Band bleihm und dem Band folchn!“ – Über den Hof, in den Keller, vorbei an den Arrestzellen – „Da liechd doch ähna!“ – Endlich wieder Stufen nach oben – Angekommen – im Konferenzraum der Polizeiinspektion Coburg! Musik von den Stones…
In dieser Kulisse stellte Volker Backert sein Krimi-Debüt „Das Haus vom Nikolaus“ vor - ein authentischer, gut recherchierter Franken-Krimi, härter, schneller, schwärzer! Krimiherz, was willst du mehr?! Und Volker Backert liest, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte, zieht das zahlreiche Publikum in seinen Bann.
Der taffe Coburger Kommissar Charly Herrmann wird bei seinem ersten großen Fall richtig gefordert: der Serienkiller „Nik the Ripper“ legt eine Blutspur quer durch Franken. Dabei führt Volker Backert seine Leser teils mit drastischen Gewaltszenen an die menschlichen Abgründe und bietet jeden Menge Hochspannung („Jetzt lese ich zwei Gewaltszenen, wegen dieser ich das Buch zu Hause vor meinen Kindern wegschliesse!“)
Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und neben Volker Backert sorgten „Gastgeber“ Polizei-Pressesprecher Markus Reißenberger und Veranstalterin Irmard Clausen von der Buchhandlung Riemann für entsprechende Unterhaltung.
Für das Buch gibt es eine ganz klare Kauf- und Lese-Empfehlung. „Das Haus vom Nikolaus“ von Volker Backert ist im emons-Verlag erschienen und im lokalen Buchhandel oder auch im Internetz erhältlich.
Und für alle, die das Buch bereits gelesen haben – ein zweiter Krimi ist lt. Volker Backert bereits in Arbeit – wieder mit Kommissar Charly Herrmann.
Coburgs Bankhäuser – Teil 1
Mohrenstraße 34
1895 errichtete der Architekt Johannes Köhler an der neu angelegten Mohrenstraße ein Wohn- und Geschäftshaus im historistischen Stil als Spekulationsobjekt. Im Jahre 1910 wurde das Gebäude von der Bank für Thüringen AG mit Hauptsitz in Meiningen erworben. Die Bank für Thüringen war das bedeutendste regionale Bankhaus im thüringischen Raum und bezog hauptsächlich ihr Geschäftsfeld auf die Kreditvergabe an Industrieunternehmen, insbesondere in der Porzellan-, Elektro- und Textilindustrie. 1926 wurde die Bank für Thüringen von der heutigen Deutschen Bank übernommen. Ab 1927 war sie auch als Hauseigentümer der Mohrenstraße Nr. 34 erwähnt und führte die Filiale weiter. Nachdem jedoch das Kaufhaus Brandt in der Spitalgasse 1982 Konkurs anmelden musste, zog im Jahr darauf die Deutsche Bank in die freigewordenen Räume des ehemaligen Kaufhauses, wo sie heute noch ansässig ist. Im alten Bankgebäude in der Mohrenstraße hat seitdem ein deutschlandweit bekanntes Optikerunternehmen seine Coburger Niederlassung.
Mohrenstraße 38
Im Jahre 1910 erbaute der Architekt Hans Münscher dieses Wohn- und Geschäftshaus anstelle der bekannten Gaststätte „Grübelei“. Das Gebäude diente anfangs als Hotel und Lichtspieltheater, konnte sich jedoch nicht lange halten. Bereits 1921 erwarb daher die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, kurz Hypo-Bank, das Anwesen und richtete nach umfangen Umbauarbeiten dort eine Filiale ein. Die Bank mit Hauptsitz in München wurde 1835 auf Initiative König Ludwigs I von Bayern gegründet. Sie entwickelte sich rasch zur größten Hypothekenbank Deutschlands und expandierte ab den 1960er Jahren auch ins Ausland. 1998 fusionierte die Hypobank mit der Bayerischen Vereinsbank zur HypoVereinsbank. Die Coburger Filiale wurde in Folge der Fusionierung aufgegeben, das Bankgebäude selbst in den Jahren 2003/04 gründlich saniert und umgebaut. Seither befindet sich in den Räumen eine Filiale der VR-Bank Coburg.
Steinweg 5
1861 erwarb die Kreditkasse des Spar- und Hülfevereins Coburg das Anwesen Steinweg Nr. 5 als eigenes Bankhaus. Vorher diente das Gebäude jahrhundertelang als Gasthaus „Zum goldenen Adler“. Die Kasse wurde 1856 von Coburger Kaufleuten, Handwerksmeistern und Selbstständigen als Konkurrenz zur städtischen Sparkasse gegründet. 1911 errichtete im Auftrag des Spar- und Hülfevereins Stadtbaumeister Max Böhme an gleicher Stelle an neues Bankgebäude im Jugendstil. Dieses übernahm im Jahre 1922 die Bayerische Staatsbank aus München, welche eine Filiale dort einrichtete. Dieses Institut entwickelte sich aus der Hofbank der Markgrafen von Ansbach-Bayreuth.
Nachdem die beiden Fürstentümer im Wiener Kongress von 1815 an Bayern fielen, übernahm das Königreich auch das Bankhaus und erhob das Institut schließlich zur Königlichen Hofbank. 1971 erfolgte die Umbenennung in Bayerische Vereinsbank. 1927 kaufte die Staatsbank von der Metzgermeisterswitwe Anna Schlick noch das Nachbarhaus Steinweg Nr. 7 dazu. Das dortige Ladengeschäft war lange Zeit vermietet und wurde der Bank erst 1996 zugeschlagen. Seit 1998 beherbergt das Bankgebäude den Sitz der Bayerischen Hypovereinsbank in Coburg.
Steinweg 13
Auch das ehemalige Modehaus Steinmann im Steinweg beherbergte in früheren Zeiten ein Bankinstitut. 1870 eröffnete in diesem Gebäude der Bankier Eduard Hülbig ein eigenes Bankhaus, das wohl schon vorher existierte. Elf Jahre später erfolgte der Zusammenschluss mit dem Bankier Adolf Haessler zum Bankhaus Haessler & Hülbig. In der Folgezeit, aber auch schon zuvor, hatte sich besonders Eduard Hülbig um das Gemeinwesen verdient gemacht. Er erhielt dafür als einer der ersten Coburger das Ehrenbürgerrecht der Stadt. Als er 1889 starb übernahm dessen Sohn Otto die Leitung der Privatbank. Ihm folgte schließlich 1927 dessen Sohn Eduard jun. Dieser gab in einer Selbstanzeige vom Oktober 1929 zu, dass er mindestens 100.000 Reichsmark unterschlagen habe. Daraufhin wurde Hülbig verhaftet und das Bankhaus brach zusammen. Das Bankgebäude wurde schließlich nach 1931 versteigert. In den folgenden Jahren erfuhr das Haus dann eine Umgestaltung zum Modehaus. Ein Bankgeschäft hat sich seither nicht mehr dort niedergelassen.
Text:
Christian Boseckert
Bildquellen:
Bild 1: Ehemaliges Bankgebäude Mohrenstraße Nr. 34 (Foto © S.Peter, 2010)
Bild 2: Bankgebäude Mohrenstraße Nr. 38 (Foto: Christian Boseckert, 2010)
Bild 3 + 4: Bankgebäude Steinweg Nr. 5 (Foto © S.Peter, 2010)
Bild 5: Ehemaliges Bankgebäude Steinweg Nr. 13 (Foto: Christian Boseckert, 2010)
GPG für alle
Rechtssicherer und vertraulicher Austausch elektronischer Daten und Dokumente über das Internetz – das wollen die beiden neuen Dienste De-Mail und der E-Postbrief bereitstellen. Beide bieten ihren Dienst über geschlossene Benutzergruppen mit ähnlichen Sicherheitsmerkmalen an .
Vertraulich, wenn auch nicht rechtssicher, kann E-Mail schon lange versendet werden. Dazu wird die Verschlüsselungstechnik PGP (PrettyGoodPrivacy) bzw. die freie Variante GPG (GnuPrivacy Guard) in das E-Mail Programm der Wahl eingebunden und dann werden E-Mails eben nicht mehr wie Postkarten für alle lesbar, sondern in einem verschlossenen Umschlag (verschlüsselt) auf die Reise geschickt.
Die beiden Blogger stef von Station 9.111 und key vom keyblog haben die Aktion PGP/GPG unter das Blockvolk gestartet und wollen damit PGP/GPG weiter verbreiten.
Das ist eine gute Idee, die ich auf jedem Fall unterstütze.
Wer also etwas mehr Sicherheit und Privatsphäre in seinem E-Mail Verkehr haben möchte, kann bei den beiden mehr Infos bekommen, auch auf den Seiten des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik wird die Notwendigkeit erläutert.
Und wie binde ich PGP / GPG jetzt ein?
Für Windows gibt es >>> hier die entsprechende Software und auch die Anleitung, für den Mac-Fanboy gibt es eine sehr aktuelle Anleitung bei macnotes.de (>>> klick).
Also, macht mit!
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