Aus für den Lokschuppen?
Wie der geneigte Fußgänger feststellen wird, so ist der Fuß-und Radweg vorbei am ehemaligen Lokschuppen mehr oder weniger gesperrt. Warum? Nun, wie inFranken berichtet (>>> klick), hat die Bahn beim Eisenbahn-Bundesamt (ja, das gibt es wirklich >>> hier !) den Abbruch des ehemaligen Lokschuppens und den übrigen Gebäuden beantragt. Allerdings steht das Bahnbetriebswerk Coburg inkl. Lokschuppen, angrenzendem Verwaltungs- und Übernachtungsgebäude sowie der Drehscheibe unter Denkmalschutz und bei einem Abriss ist die Stadt Coburg um Erlaubnis zu fragen.
Das Bahnbetriebswerk am Kalenderweg (“Am Lokschuppen”) wurde 1921 kurz nach dem Einbau der Drehscheibe (geliefert durch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg – MAN) in Betrieb genommen und diente bis 1987 als Unterkunft für Dampf- und Diesel- und Elektroloks.
Bleibt zu hoffen, dass hier nicht die gleichen Bausünden wie bei anderen denkmalgeschützten Gebäuden begangen werden. Auf der anderen Seite sind verwahrloste und verfallene Gebäude nicht nur kein schöner Anblick, sondern auch ein potentientielle Gefahrenquelle. Sollte man hier versuchen, im Rahmen des Denkmalschutzes wieder Leben in das Areal zu bekommen?
Was meinen die Leserinnen und Leser zum Areal Lokschuppen?
Quelle: Eisenbahn im Coburger Land, Steinachtalbahn-Staffelsteiner Eisenbahnfreunde e.V.
Schloßplatz 21
Seit Jahrzehnten gibt es in Coburg einige Dauerbrenner-Themen, wie Mehrzweck- oder Ballsporthallen oder auch Flugplätze. Ein weiteres beliebtes Thema, das mal wieder aktuell aus den Schubladen gezogen wird, ist das Thema “Tiefgarage unter dem Schloßplatz“. Der Realisierung steht angeblich nichts im Wege, vorausgesetzt ein potenter Geldgeber wird gefunden (>>> klick).
Drehen wir die Uhr ein paar Jahrzehnte zurück, genauer gesagt in das Jahr 1973. Zwischen 1967 und 1970 war die Südzufahrt über die Bamberger Straße zur B4 errichtet worden, der Weiterbau der B4 durch die Adamistraße zur Callenberger Unterführungen sollte umgesetzt werden. Im Mai 1973 wurden Pläne für zwei Umgehungsstraßen veröffentlicht, die Westtangente, welche die B4 vom Weichengereuth bis zur Rodacher Straße führen sollte und auch ab 1974 gebaut wurde (>>> klick), sowie die innere Osttangente, die den Verkehr von der Alexandrinenstraße in einem Tunnel unter dem Schloßplatz hindurch zum Rittersteich fliessen lassen sollte. Auch von einer Durchgangsstraße durch die Wettiner Anlage über den asphaltierten Schloßplatz war alternativ die Rede. Im Zuge der Untertunnelung kam auch die Idee auf, unter dem Schloßplatz eine Tiefgarage zu bauen.
Bereits frühzeitig im März 1974 lehnte die Gemeinschaft Stadtbild Coburg sowohl den Bau der Osttangente als auch den Bau einer Tiefgarage unter dem Schloßplatz ab. Der damalige OB Dr.Wolfgang Stammberger lehnte 1974 beide Bauvorhaben ebenfalls ab.
Wie so oft reifen solche Vorhaben weiter in irgendwelchen Schubladen. So war es nicht verwunderlich, dass im Juni 1977 die Diskussion um die Schloßplatz-Tiefgarage erneut begann. Diesmal wurde das Vorhaben allerdings viel ernsthafter betrieben. Am 15.August 1977 wurden auf dem Schloßplatz erste Bohrungen zur Untersuchung des Untergrunds vorgenommen. Die IHK zu Coburg springt auf den Zug auf und befürwortet die Tiefgarage. Die Coburger Landesstiftung weist auf den Denkmalschutz hin und ist gegen den Bau.
Im Februar 1980 spricht sich der Leiter des Ordnungsamtes für den Bau der Tiefgarage aus. In den Zeiten des kalten Krieges sieht er im V-Fall die Möglichkeit, dort ca. 4000 Bürger in Sicherheit zu bringen. Der neue OB Karl-Heinz Höhn nimmt ebenfalls Stellung zu diesem Thema und möchte das Parkhaus Post und die Tiefgarage unter dem Schloßplatz realisieren. Einer weiteren Tiefgarage, die nun unter dem Gemüsemarkt errichtet werden soll, erteilt er eine Absage.
Ein Jahr später, am 12.Februar 1981 gibt der Stadtrat der Errichtung des Parkhauses Post Vorrang vor der Tiefgarage unter dem Schloßplatz.
Allerdings wird das Thema noch nicht ad acta gelegt, in einer vertraulichen Stadtratssitzung im Juni 1985 wird beschlossen, das Projekt Tiefgarage zu verwirklichen, wenn entsprechende Gelder aus Bonn fließen sollten. Kurz darauf erkennt auch OB Höhn, dass eine Tiefgarage mit Kosten in Höhe von 22 Millionen DM nicht finanzierbar ist.
Ab 1985 beginnt der Bürgerverein mit einer Unterschriftensammlung gegen den Bau und legt im Juni 1986 OB Höhn eine Liste mit fast 6000 Unterschriften gegen das Projekt vor. Kurz vor der Unterschriftenübergabe werden erneut Probebohrungen auf dem Schloßplatz durchgeführt. Und auch die IHK läßt nicht locker und fordert weiterhin den Bau der Tiefgarage.
1988 lehnt die oberste Baubehörde in München das Projekt aus Kosten- und Denkmalschutzgründen endgültig ab.
Eigentlich sollte man meinen, dass das Thema damit beendet wäre. Aber schon 1992 spricht sich die IHK erneut für den Bau einer Tiefgarage unter dem Schloßplatz aus. Diverse Planungen werden durchgeführt. Nachdem zuvor die Zufahrt über die Wettiner Anlage erfolgen sollte, sehen Planungen von 2006 nun die Zufahrt über den Oberen Bürglaß vor. Es ist auch nicht verwunderlich, dass zur Oberbürgermeisterwahl 2008 eben dieses Thema von der CSU auf die Agenda gepackt wird.
Inzwischen gibt es sogar einen Förderverein Schlossplatz-Tiefgarage e.V., der laut seinem Vorsitzenden Peter Kammerscheid mit rund 5000 Bürgern in einer Unterschriftenaktion das Thema wieder im Stadtrat auf den Tisch gebracht hat.
Wie stehen die Leserinnen und Leser zum Thema “Schloßplatz-Tiefgarage”? Haben wir genügend Parkplätze? Brauchen wir eine Tiefgarage?
Denkmalgeschützte Häuser – Die Bahnhofstraße Teil 2
Heute gibt es den zweiten Teil der denkmalgeschützten Häuser in der Bahnhofstrasse. Die Adresse des Bahnhofsplatzes gibt es offiziell seit 1995, vorher waren die Häuser zum Teil Bahnhofstrasse, teils Lossaustrasse. Deswegen sind auch die denkmalgeschützten Gebäude des Bahnhofsplatzes mit enthalten.
Bildquelle: alle Fotos © Christian Boseckert
Denkmalgeschütze Häuser – Die Bahnhofstraße Teil 1
Coburg besitzt eine Vielzahl an denkmalgeschützten Häusern.
In einer Collage sollen sie nun einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Dieser Teil beschäftigt sich mit den denkmalgeschützten Häusern der Bahnhofstraße von dessen Beginn im Heiligkreuz bis zur Hohenlohe-(Bahnhofs)brücke.
Bildnachweis: alle Fotos von Christian Boseckert
Die Abrissbirne wütet wieder …

Judengasse 49 und 51, Foto: S.Peter, 2009
Am 15.April bereits hatte der Bau- und Umweltsenat nach einer Ortbegehung den Abbruch der Häuser Judengasse 49 und 51 – ehemals Elektro-Thau – an der Judenbrücke stattgegeben (siehe auch >>> Bericht der NP). Das Gebäudeensemble muss nun für die Errichtung von Studentenwohnungen Platz machen. Bei der Gestaltung hat sich die Stadt Coburg angabegemäß ein Mitspracherecht vertraglich gesichert.
Coburg-Life verschaffte sich heute im Rahmen einer kleinen Fahrradtour selbst einen Eindruck.
Auch wenn städtebaulich Einfluß auf das Äussere eines Neubaus genommen werden kann, so haben diese beiden Häuser eine historische Vergangenheit:
Das Anwesen Judengasse 51, Fachwerkhaus verschindelt, wurde 1861 für den Polizeikommisär Gottlob Schmidt als Privathaus von Edmund Berbig an der Stelle eines alten Stadels errichtet. Nach dem Tod des Kommisärs lies 1866 Pauline Schmidt, im Adressbuch Coburgs als Polizeikommisärswitwe ausgewiesen, das Vorderhaus um einen rückwärtigen Anbau erweitern und 1891 wurde das Vorderhaus aufgestockt. In diesem Jahr erwarb der Privatier Johann Baudler das Anwesen Judengasse 51 für 9600 Gulden.
1877 läßt der Sohn des Privatiers, Korbwarenfabrikant Fritz Baudler das Gebäude Judengasse 49 errichten. 1898 übernimmt Fritz Baudler auch das Nebengebäude Judengasse 51, nachdem 1888 sein Vater verstarb. Fritz Baudler verstirbt selbst 1920, die beiden Häuser fallen in den Besitz einer Erbengemeinschaft.
Die Korbwarenfabrik Fritz Baudler stellte seit 1877 dort Korbwaren, später Rohrmöbel her. Von 1927 – 1931 war der Korbwarengroßhandel Carl Büchner im Anwesenkomplex tätig, ab 1927 auch der Elektrogroßhandel Carl Jahn, später dessen Nachfolger Friedrich Thau. Der Elektrogroßhandel Thau war bis zur Schliessung der Firma in den Anwesen Judengasse 49 und 51 tätig.
Interessanterweise steht das Anwesen Judengasse 51 unter Denkmalschutz. Warum beim Bau von Wohnungen eine Sanierung denkmalgeschützter Gebäude nicht in Frage kommt, wissen nur Bausenat und Eigentümer allein.



